Wirtschaft
14.03.2018

RBI zahlt wieder Dividende und kehrt auf Wachstumskurs zurück

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat 2017 den Gewinn verdoppelt und belohnt Aktionäre.

Seit 2013 haben die Aktionäre der Raiffeisen Bank International (RBI) keine Ausschüttungen mehr bekommen. Die Bank musste einen scharfen Sparkurs fahren, international Geschäftsvolumina reduzieren, Filialen in Osteuropa schließen und Dividendenzahlungen stoppen. 2017 gelang RBI-Chef Johann Strobl die Wende.

Der Konzerngewinn konnte auf 1,116 Milliarden Euro verdoppelt werden, die Aktionäre erhalten 62 Cent je Aktie an Dividende. Und: "Wir werden wieder wachsen", kündigte Strobl an.

Expansiv sei die Bank in ihren Märkten in Zentral- und Osteuropa nicht nur bei der Kreditvergabe unterwegs. "Die Hypothekarkredite boomen vor allem in Tschechien, der Slowakei und Russland", so der RBI-Chef. Wachstum könne auch bei den Provisionseinnahmen – also beim Verkauf von Investmentfonds und Wertpapieren an Kunden – erzielt werden. Interessiert ist die Bank auch an Zukäufen. Dabei sei aber nicht an ganze Banken, sondern eher an Teile von Geschäften anderer Institute gedacht, erklärt Strobl. So hat die Bank etwa in Vorjahr in Tschechien ein Paket der Citibank übernommen, das vor allem Kreditkartengeschäfte umfasst.

Russland bleibt stark

Wichtiger Ertragsbringer der RBI ist weiterhin Russland, das 443 Millionen Euro zum Gesamtergebnis des Konzerns beigetragen hat. Besser verdient hat die Bank aber in allen Märkten.

Zustande gekommen ist das verbesserte Ergebnis großteils durch die Reduktion der not leidenden Kredite. Diese wurden zum Teil verkauft, zum Teil aus der Bilanz ausgebucht. Insgesamt 2,3 Milliarden Euro an faulen Krediten, die schon in früheren Bilanzen abgeschrieben wurden, konnte die RBI auf diese Weise los werden. Der Anteil nicht einbringlicher Kredite an den Gesamtausleihungen ist um drei Prozentpunkte auf 5,7 Prozent gesunken.

Trotz dieses Abbaus an schwierigen Finanzierungsfällen bleibt die Lage auf einigen Ostmärkten schwierig. In der Ukraine sind noch immer 20,5 Prozent der Kredite not leidend. Und in Kroatien schlägt die Pleite des großen Mischkonzerns Agrokor negativ aufs Geschäft durch.

In Polen kämpft die RBI um einen möglichst schonende Lösung. Die vor sechs Jahren um 600 Millionen Euro erworbenen Polbank, in die später noch Kapital eingeschossen wurde, soll an die Börse oder teilweise verkauft werden. Eine Klärung sollte im Mai erfolgen.