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Raiffeisen Bank International
11/20/2014

RBI mit Sorgen in Ungarn, Ukraine, nun auch in Asien

Die Raiffeisen Bank International legt in Asien nach Kreditausfällen den Rückwärtsgang ein.

von Irmgard Kischko

Als wären die Belastungen aus Russland, der Ukraine und Ungarn nicht schon genug, kommen für die Raiffeisen Bank International (RBI) heuer auch hohe Kreditausfälle in Asien dazu. Das ist einer der Hauptgründe für den Anstieg der Risikovorsorgen von 1,7 auf 1,8 Milliarden Euro für 2014.

In Indonesien sind gleich mehrere Großkredite ins Wanken geraten. Die Kunden sind Kohle-Konzerne, die unter dem Preisverfall des Rohstoffs leiden. Insgesamt 1,2 Milliarden Euro an Krediten hat die RBI in Indonesien offen, 136 Millionen Euro mussten allein im dritten Quartal abgeschrieben werden.

RBI-Chef Karl Sevelda (Bild) betont, dass die Bank ihr gesamtes Geschäft in AsienChina, Singapur und Indonesien – verkleinern wolle. Das Volumen sei bis jetzt schon von neun auf sieben Milliarden Euro geschrumpft. Bisher hat die RBI insbesondere in Singapur bestens verdient. Von Großfinanzierungen will sich die Bank jetzt verabschieden, künftig wolle man sich auf kleinere Handelskredite konzentrieren.

In der Ukraine musste die RBI 50 Filialen im umkämpften Osten des Landes schließen. Von den 460 Millionen Euro an Krediten sei mehr als die Hälfte wertberichtigt. „Da kann noch etwas dazukommen“, sagt Sevelda. 138 Millionen Euro an Verlust schrieb die Ukraine-Tochter in den ersten neun Monaten. In Ungarn summierte sich der Nettoverlust sogar auf 301 Millionen Euro. Gewinne gab es weiterhin in Russland: Mit 289 Millionen Euro allerdings um 100 Millionen weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Trotz all dieser Negativ-Nachrichten brachte die Bank von Jänner bis Ende September noch 225 Millionen Euro Gewinn zustande. Im Gesamtjahr wird das nicht mehr möglich sein. Bis zu 500 Millionen Euro Verlust erwartet der RBI-Chef.

as vierte Quartal muss demnach tiefrot werden. Zusätzliche Wertberichtigungen für Asien und eine Abschreibung des Firmenwerts der Tochterbank in Polen sind aus Analystensicht zu erwarten. Mit 196 Millionen Euro hat die RBI die Polen-Tochter noch bewertet.

RLB NÖ-Wien

Ein Verlust der RBI schlägt auch auf die Konzernbilanz der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien durch. Sie hält indirekt 34,7 Prozent an der RBI, im Konzern werde daher heuer ein Verlust zu erwarten sein, erklärte RLB NÖ-Wien-Chef Klaus Buchleitner. Die Bank selbst aber erwirtschafte weiterhin Gewinne, wenn auch wegen der tiefen Zinsen und des Kostendrucks um 15 bis 20 Prozent weniger als 2013.

Sorgen um die RBI macht sich Buchleitner nicht. Die Bank sei operativ in Ordnung.