Wirtschaft
05.12.2011

Raiffeisenbank in Wien mehrsprachig

Einzelne Raffeisen-Filialen in Wien wollen Kunden in deren Landessprache an das Unternehmen binden.

"Merhaba". Wenn ein türkischstämmiger Kunde die Filiale der Raiffeisenbank in der Wiener Favoritenstraße betritt, wird er in seiner Landessprache willkommen geheißen. "Wenn man Grüß Gott auf Türkisch sagt, freuen sich die Leute", berichtet Beraterin Arzu Bakar bei einer Filialtour von Integrationsstaatsekretär Sebastian Kurz auf Einladung von RLB-Generaldirektor Erwin Hameseder und Stellvertreter Georg Kraft-Kinz.

Die Raiffeisenlandesbank geht seit 2009 offensiv auf die Kunden mit Migrationshintergrund zu. "Natürlich ist es eine Geschäftstätigkeit, aber auch eine moralische Verpflichtung", erklärt Hameseder. "Wirtschaftlich ist es ein Erfolg", ergänzt Kraft-Kinz.

Inzwischen gibt es in zehn Wiener Filialen sogenanntes Ethno-Banking. In Workshops wurden die Mitarbeiter darauf vorbereitet. Die Zweigstelle in der Ottakringer Straße hat so seit Jänner 200 neue Kunden gewonnen. Diese berichten, dass sie bei oft komplizierten Bankgeschäften leichter in ihrer Heimatsprache kommunizieren. "Es entsteht das Gefühl einer Vertrautheit", sagt Fulya Mandl, Beraterin am Kardinal-Rauscher-Platz in Fünfhaus.

Auch in Bezug auf kulturelle Eigenheiten, wie etwa den in der türkischen Community verbreiteten Hochzeitskredit für die Ausrichtung eines großen Hochzeitsfests, müsse der Kunde dem Berater nicht viel erklären. Folder und die Internetseite www.raiffeisenbank.at/ethnobanking auf Türkisch, Bosnisch, Kroatisch und Serbisch ergänzen das Angebot.

Österreichische Kunden haben laut den Filialleitern nicht negativ auf die Offensive reagiert. "Die Wirtschaft ist oft der Politik und der Gesellschaft einen Schritt voraus", merkte Kurz an. Heute, Freitag, feiert die RLB mit rund 200 Kunden das Fastenbrechen zum Ende des islamischen Fastenmonat Ramadan.

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