New CEO of Raiffeisen Bank International (RBI) Karl Sevelda addresses a news conference in Vienna June 7, 2013. REUTERS/Heinz-Peter Bader (AUSTRIA - Tags: BUSINESS HEADSHOT)

© Reuters/HEINZ-PETER BADER

Raiffeisen Bank International
08/22/2013

RBI vor "schmerzlichen Einschnitten"

Nach 60 Prozent weniger Gewinn im ersten Halbjahr stehen massive Kostensenkungen ins Haus.

Nach einem massiven Gewinneinbruch im ersten Halbjahr steht der Raiffeisen Bank International (RBI) ein scharfes Kostensenkungsprogramm ins Haus, das über drei Jahre laufen soll. Im Aufsichtsrat am 18. September werden die Ergebnisse einer dazu eingesetzten Arbeitsgruppe beraten. Ende September, Anfang Oktober soll es vorgestellt werden. Der Vorstand will einen "signifikanten" Betrag einsparen. Wieviele Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen werden, wurde am Donnerstag noch nicht beziffert.

Mit 277 Millionen Euro lag der RBI-Nettogewinn bis Juni um 60,5 % unter Vorjahr (701 Millionen Euro). Der Gewinn im zweiten Quartal schrumpfte um ein Viertel auf 120 Millionen Euro und lag damit unter den Erwartungen von Analysten.

Kündigungen

Bankchef Karl Sevelda sprach am Donnerstag von zwangsläufig "schmerzlichen Einschnitten." Auch Kündigungen werde es in der Gesamtgruppe geben. In Österreich versuche man wie immer mit natürlichen Abgängen das Auslangen zu finden.

Verlagerungen nach Osteuropa stünden aktuell nicht an, seien aber nicht ausgeschlossen. So sei die Kreditkartenabwicklung zum Teil schon heute in Bratislava angesiedelt.

Für eine Kapitalerhöhung würden die Märkte weiter beobachtet, sagte Sevelda. "Wenn sich ein Fenster auftut und unsere Eigentümer zustimmen, ist das eine Option." Für Beteiligungen von einigen Prozentpunkten kämen Finanzinvestoren infrage (mehr dazu hier). Über den Zeitpunkt der Rückzahlung des staatlichen Partizipationskapitals machte er keine Angaben, außer dass die Republik das Geld natürlich zurückerhalten werde.

Sorgen im Osten

Das zweite Quartal wurde von Kosten im zentral- und osteuropäischen Markt getroffen. Sorgen macht der RBI vor allem die Tochter in Ungarn. Im ersten Halbjahr wurden rund 83 Millionen Euro Verlust nach Steuern eingefahren, der weit größere Teil fiel im zweiten Quartal an. Das Geschäft ist schon seit mehreren Jahren auf einem Tiefstand und unterliegt einer tiefgreifenden Restrukturierung. Vom Höchststand von rund 4000 Mitarbeitern im Jahr 2008 wurde der Personalstand auf mittlerweile 2770 reduziert. Auch in mehreren anderen Tochterbanken im Osten und Südosten hat es in den vergangenen Jahren schon drastische Personalkürzungen gegeben.

Steuerlast

In Österreich gab es nach der Fusion von RBI und RZB in den letzten Jahren Umstrukturierungen. Wieviele Stellen jetzt im Inland zusätzlich eingespart werden, blieb auch auf Nachfragen offen. Aktuell in Umsetzung ist die Umsiedlung von 600 Head-Office-Jobs an einen günstigeren Standort in Wien (Heiligenstadt). Dafür wandern andere über die Stadt verteilte Abteilungen in die Zentrale am Stadtpark.

Sevelda beklagte die hohe Steuerbelastung, die der Bank auferlegt sei. Aktuell würde fast die Hälfte des bereinigten Vorsteuergewinns wegbesteuert. Mitsamt Bankenabgaben und laufenden Steuern seien für das Halbjahr 350 Millionen Euro zu berappen gewesen.

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