Zalando versucht die Anleger zu beruhigen

© APA/dpa/Bodo Marks

Quartalsbilanz
05/09/2014

Zalando schreibt noch immer rote Zahlen

Der Online-Händler konnte den Umsatz um ein Drittel steigern. Auch der Börsegang wird immer konkreter.

Der deutsche Online-Händler Zalando hat im ersten Quartal den Umsatz gesteigert. Die Erlöse stiegen um 35 Prozent auf 501 Mio. Euro, teilte das Unternehmen, das als Börsenkandidat gilt, am Freitag mit. Die operative Ebit-Marge verbesserte sich im Jahresvergleich, blieb aber saisonbedingt und wegen anhaltender Investitionen auch im ersten Quartal 2014 negativ.

Genaue Zahlen dazu nannte das Unternehmen nicht. "Die positive Entwicklung im ersten Quartal unterstreicht unser Ziel, im Geschäftsjahr 2014 einen entscheidenden Schritt in Richtung Ebit-Breakeven auf Gruppenebene zu machen - auch wenn wir diesen wahrscheinlich nicht ganz erreichen werden", sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter.

An die Börse

Die Börsenpläne von Zalando werden indes immer konkreter. Das Berliner Unternehmen habe die Investmentbanken Credit Suisse, Morgan Stanley und Goldman Sachs mandatiert, um einen Börsengang im September vorzubereiten, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

Zuvor hatte das Magazin Bilanz berichtet, das Management von Zalando habe den lange erwarteten Börsengang beschlossen. Als Handelsplatz sei die US-Technologiebörse Nasdaq im Gespräch, an der sich viele Internet-Unternehmen tummeln, hieß es in dem Bericht.

"Der Zeitplan erscheint recht ehrgeizig, das Ziel ist aber nicht unrealistisch", sagte einer der Insider. Normalerweise engagieren Unternehmen die begleitenden Banken fünf bis sechs Monate vor der geplanten Erstnotiz. Zalando hatte immer als ein aussichtsreicher Börsenkandidat für dieses Jahr gegolten - und als eines der begehrtesten Mandate für Investmentbanken. Alle drei ausgewählten Institute haben viel Erfahrung mit Börsengängen von Online-Unternehmen.

Die schwedische Beteiligungsfirma Kinnevik, die mit 36,5 Prozent größter Zalando-Gesellschafter ist, hatte ihren Anteil zuletzt mit knapp 1,4 Mrd. Euro bewertet. Auf dieser Basis wäre der Online-Händler fast 3,8 Mrd. Euro wert. Das erst fünf Jahre alte Unternehmen steigerte 2013 den Umsatz um 52 Prozent auf 1,76 Mrd. Euro, schrieb aber 120 Mio. Euro Verlust. Das Kerngeschäft in Deutschland, Österreich und in der Schweiz sei aber profitabel, die Verluste nur der Expansion in weitere Märkte geschuldet, hatte Vorstand Rubin Ritter erklärt.

Das Unternehmen, Kinnevik und die beteiligten Banken äußerten sich zu den Informationen nicht. "Wir konzentrieren und darauf, was für das Unternehmen das Beste ist - auf das operative Geschäft", sagte ein Zalando-Sprecher. "Wir prüfen immer alle Optionen für das Unternehmen, dazu mag auch ein Börsengang gehören", bekräftigte er lediglich. Die von den Internet-Unternehmern Marc, Oliver und Alexander Samwer gegründete Zalando war durch den Slogan "Schrei vor Glück" populär geworden, der sich durch ihre Fernsehwerbe-Kampagnen zieht. Weitere Zalando-Miteigentümer sind der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen, Holtzbrinck Ventures und Tengelmann sowie der kanadische Pensionsfonds OTPP.

Die Aktien des britischen Zalando-Rivalen Asos haben in den vergangenen Wochen den Rückwärtsgang eingelegt, nachdem sich das Umsatzwachstum verlangsamt hatte und der Gewinn wegen steigender Investitionen um 22 Prozent zurückging.

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