Ex-General Vladimir Zagorec muss sich vor Gericht verantworten

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Hypo Bank
03/01/2016

Prozess vertagt, Striedinger musste zur OP

Untreuevorwurf wegen kroatischer Immobiliendeals: Ex-General Zagorec vor Gericht

von Thomas Martinz

In-Sich-Geschäfte, Kickback-Zahlungen oder Geldabschöpfungen rund um den Ankauf von kroatischen Liegenschaften sowie zu diesem Zweck gewährte Hypo-Kredite ohne Sicherheiten – dieser Cocktail soll laut Anklageschrift zu einem Schaden von 19,8 Millionen Euro geführt haben. Wegen Untreue vor Gericht standen am Dienstag am Landesgericht Klagenfurt Ex-Hypo-Vorstand Günter Striedinger, der kroatische Ex-General Vladimir Zagorec, Steuerberater Hermann Gabriel und ein Liechtensteiner Anwalt.
Zagorec soll über Liechtensteiner Stiftungen vier Hypo-Kredite über 49,43 Millionen für den Kauf von Liegenschaften in Kroatien erhalten haben. Die Grundstückspreise seien fiktiv und überhöht gewesen; die Differenz zwischen dem tatsächlichen und dem gewährten Preis habe Zagorec regelmäßig abgeschöpft, lautet der Vorwurf.

Zwei von zehn Millionen ...

„Von zehn Millionen Hypo-Geld sind sechs Millionen an die Zagorec-Familienstiftungen geflossen; zwei weitere Millionen für sogenannte Consultingleistungen direkt an Zagorec und nur zwei Millionen wurden tatsächlich für den Kauf von Liegenschaften aufgewendet. Das nennt man In-Sich-Geschäfte und Kickback-Zahlungen. Nach diesem Schema sind alle Finanzierungen abgelaufen“, beanstandet Oberstaatsanwalt Robert Riffel.
Der Gesamtschaden wird mit 19,8 Mio. beziffert, Zagorec ist der Bestimmungstäterschaft angeklagt.
Striedinger der Untreue. Er soll bei der Hypo Kreditvergaben gewährt bzw. gutgeheißen haben – ohne Sicherheiten, ohne den Namen Zagorec oder die entsprechenden Liegenschaften konkret zu nennen. Anliegen der Kreditwerber sollen nach dem „Copy-and-Paste“-Prinzip (Kopieren und Einfügen, Anm.) in Kreditanträge umgewandelt worden sein und Striedinger hätte stets sein Okay gegeben.
Mit dem Vorwurf der Beitragstäterschaft zur Untreue sehen sich Gabriel und der Liechtensteiner Anwalt konfrontiert. Gabriel soll die Gesellschaftsstruktur zur Mittelabschöpfung konzipiert, der Jurist die Transaktionen unterschrieben haben. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

Mit Liegegips


Ex-Hypo-Vorstand Striedinger war mit Liegegips, Krücken und im Jogginganzug am Landesgericht erschienen. Weil der 56-Jährige noch am Dienstag im Klagenfurter Unfallkrankenhaus wegen eines Achillessehnenrisses operiert werden musste, wurde der Prozess auf Donnerstag vertagt.
Bis zu diesem Zeitpunkt sollen auch unzählige Anträge der Zagorec-Verteidigung behandelt werden: So stellten die Juristen des ehemaligen stellvertretenden kroatischen Verteidigungsministers die Zuständigkeit des Landesgerichts Klagenfurt infrage und beantragten die Strafverfolgung durch kroatische Behörden, weil österreichische Gerichte kein faires Verfahren garantieren könnten.

"Missbrauch" statt "Untreue"


Beim Vortrag der Anklageschrift am Dienstag seien weiters grobe Übersetzungsfehler von Deutsch auf Kroatisch erfolgt. So sei sogar der Terminus „Untreue“ falsch – und zwar als „Missbrauch“ – wiedergegeben worden. Die Zagorec-Verteidigung forderte daher einen anderen gerichtlich beeideten Dolmetscher und stellte auch die Übersetzung der schriftlich an Zagorec ergangenen Anklageschrift infrage. Der Mandant habe diese nämlich nicht verstanden.

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