Atomkraftwerk in Olkiluoto, Finnland.

© EPA/HANNU HUOVILA / HANDOUT

Frankreich
02/23/2015

Probleme bei AKW: Fünf Mrd. Euro Verlust für Areva

Bauverzögerung in Finnland und Probleme in Südfrankreich belasten Atom-Konzern.

Der französische Atom-Konzern Areva hat 2014 vor allem wegen eines Problemprojekts in Finnland knapp fünf Milliarden Euro Verlust gemacht. Das geht aus den vorläufigen Zahlen hervor, die das staatlich kontrollierte Unternehmen am Montag präsentierte.

Das riesige Minus ist hauptsächlich auf Verzögerungen beim Bau eines neuen Blocks für das finnische Atomkraftwerk (AKW) Olkiluoto zurückzuführen, den Areva in Zusammenarbeit mit Siemens errichtet. Zudem verwies das Management auf Abschreibungen auf eine Fabrik in Südfrankreich sowie weitere Rückstellungen auf Erneuerbare-Energie-Projekte.

"Verlust größer als der Börsenwert"

An der Börse in Paris notierte die Areva-Aktie 0,9 Prozent schwächer. Der Verlust von 4,9 Mrd. Euro sei "größer als Arevas Börsenwert", sagte Experte John Plassard vom Finanzdienstleister Mirabaud Securities. "Das wird das Unternehmen dazu zwingen, bald eine neue Kapitalerhöhung anzukündigen."

Weniger Neubaten nach Fukushima

Die zusätzlichen Belastungen treffen Areva in schweren Zeiten. Der Konzern leidet unter den Nachwehen der Fukushima-Atomkatastrophe, die zu einem Rückgang der AKW-Neubauten führte. Hinzu kommen die gespannte Lage auf dem Strommarkt, weswegen viele Versorger bei Wartungsaufträgen sparen, sowie die große Konkurrenz aus Russland, Japan und Südkorea. Dieses schwierige Geschäftsumfeld trug dazu bei, dass Arevas Umsatz im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 8,34 Mrd. Euro sank.

Mitarbeiter fürchten um Jobs

Das neue Managementteam will darauf mit einer neuen Strategie reagieren, die am 4. März vorgestellt werden soll. Die Gewerkschaft befürchtet Gehaltskürzungen und Stellenstreichungen. Ein Problem ist auch der hohe Schuldenberg von 5,77 Mrd. Euro. Eine Kapitalerhöhung dürfte auf Schwierigkeiten stoßen, weil die Kreditwürdigkeit des Unternehmens, das zu 87 Prozent in staatlicher Hand ist, auf Ramsch-Niveau liegt.

Die französische Regierung will nun alle Optionen für Areva prüfen. Eingeschlossen seien mögliche Synergien mit dem französischen Versorger EDF und der Atombehörde CEA, kündigte Energieministerin Segolene Royal an. Die CEA spielt eine zentrale Rolle in der Atompolitik des stark von seinen zahlreichen Kernkraftwerken abhängigen Landes. Sie betreibt Nuklearforschung und ist an Areva beteiligt.

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