Wirtschaft
03.05.2017

Nach Reform: Mit Anstieg der Privatkonkursfälle gerechnet

Clemens Mitterlehner rechnet mit einem Anstieg der Privatkonkursfälle, sobald die Reform umgesetzt ist.

Die Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen, die ASB Schuldnerberatungen GmbH, hat am Mittwoch neuerlich die geplante Privatkonkurs-Reform begrüßt. Untermauert mit dem Schuldenreport 2017 argumentierte Geschäftsführer Clemens Mitterlehner vor Journalisten in Wien für die Reform, die sich noch in Begutachtung befindet und vor allem bei Gläubigerschützern auf harte Kritik stößt.

Clemens Mitterlehner rechnet mit einem Anstieg der Privatkonkursfälle, sobald die Reform umgesetzt ist. Das sei gut, denn so würden Menschen entschuldet. Geplant ist, dass die neuen Regeln ab 1. Juli gelten. Eine Mindestquote, die sich derzeit noch auf 10 Prozent beläuft, gibt es dann nicht mehr. Der Schuldnerberater sieht in der Quote nur eine Hürde, die Entschuldungen verhindert. Schlussendlich hätte niemand etwas davon, auch die Gläubiger nicht, wenn Menschen ihre Schulden vor sich herschieben würden, pflichtete der Privatkundenvorstand der Erste Group Bank AG, Peter Bosek, Mitterlehner bei.

Es geht um Schicksale

Der ASB-Geschäftsführer Mitterlehner betonte, dass man beim Privatkonkurs nicht nur von Zahlen reden könne. Es handle sich vielmehr bei jeder Zahl um Schicksale von Menschen, die oft ganze Familien beträfen. Zuletzt gingen die Privatinsolvenzfälle zurück. Ob das auf die baldige Neuregelung zurückzuführen ist, ließ Mitterlehner offen. Die Entschuldungsdauer kann von sieben auf bis zu drei Jahre sinken. Die Abschöpfungsdauer dürfte sich in den meisten Fällen bei fünf Jahren einpendeln - Zahlungspläne sind künftig immer auf fünf Jahre zu unterbreiten.