© photo 5000 - Fotolia/Fotolia/photo 5000

Wohnungspolitik
04/23/2014

"Preisregelungen sind nicht mehr zeitgemäß"

Immobilientreuhänder für freien Markt und Beteiligung privater Bauträger am geförderten Wohnbau.

von Andreas Anzenberger

Der Mietpreis ist heiß. Der Obmann der Wiener Immobilientreuhänder, Michael Pisecky, verlangt frei vereinbarte Mieten für den privaten Immobilienmarkt. "Preisregelungen sind in Kriegs- und Nachkriegszeiten entstanden und daher nicht mehr zeitgemäß." Damit liegt Pisecky auf Kollisionskurs mit der Arbeiterkammer und der Mietervereinigung, die für eine generelle Deckelung der Mieten eintreten.

Ein fixe Mietzinsobergrenze würde dazu führen, dass niemand mehr in den Wohnungsmarkt investiert und keine neuen Wohnungen mehr gebaut werden, argumentiert Pisecky. Durch eine Liberalisierung würden hingegen zusätzliche Investitionen erfolgen. "Das Geld dafür ist da." Die Immobilientreuhänder und die Arbeiterkammer sind sich nur in einem Punkt einig: Es muss mehr gebaut werden.

Marktmiete

Auch im Modell der Immobilientreuhänder ist eine Mietzinsobergrenze eingebaut. Wenn eine Wohnung um 25 oder mehr Prozent teuerer ist als die Marktmiete, soll der Mieter eine Senkung auf den marktüblichen Preis durchsetzen können.

Nur in einem Spezialfall kann sich Pisecky mit einer Mietzinsobergrenze anfreunden. In Wien wird darüber nachgedacht, bei der Umwidmung in Bauland Flächen für den sozialen Wohnbau zu reservieren. In solchen Wohnungen könne es eine Mietzinsobergrenze geben, wenn die Auftragsvergabe "für alle Bauträger offen ist". Pisecky ist überzeugt, dass private Bauträger beim Wettbewerb mit gemeinnützigen Bauträgern nicht nur mithalten können, sondern billiger sind.

Ein weiterer Vorschlag ist die Einkommens-Kontrolle für alle, die in einer sozial geförderten Wohnungen leben. Wenn wegen eines höheren Einkommens keine Förderungsnotwendigkeit mehr besteht, soll die Miete angehoben werden.

Wiens Wohnbaustadtrat Michael Ludwig interpretiert die Forderungen der Immobilientreuhänder als "Kampfansage". Im Sommer soll über eine neues Mietrecht verhandelt werden.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.