Wirtschaft
04.10.2017

Preise für Einfamilienhäuser um 9,4 Prozent gestiegen

Teilweise extreme Preisunterschiede: Zum Kaufpreis eines typischen Hauses in Mödling bekommt man acht Einfamilienhäuser im Bezirk Waidhofen/Thaya.

Die Preise für Einfamilienhäuser haben in Österreich kräftig angezogen. Der Gegenwert für ein Einfamilienhaus lag heuer typischerweise bei 223.364 Euro und damit um 9,4 Prozent höher als im ersten Halbjahr 2016. Das meldet das Maklernetzwerk RE/MAX im RE/MAX ImmoSpiegel für die Kategorie Einfamilienhäuser.

"Dieser Preisanstieg innerhalb eines Jahres ist für Einfamilienhäuser untypisch und in erster Linie in der aktuellen Marktsituation begründet. Einer weiterhin überdurchschnittlich hohen Nachfrage stand ein rückläufiges Angebot gegenüber, viele möchten die aktuell noch einmalig niedrigen Kreditzinsen nutzen und investieren in einen Hauskauf und damit in maximale Lebensqualität. Denn der Wohntraum der meisten Österreicher ist ja immer noch ein eigenes Haus", sagt der Geschäftsführer von RE/MAX Austria, Bernhard Reikersdorfer. Noch eklatanter ist der Preisanstieg im 5-Jahresvergleich. Hier sind Einfamilienhäuser um 24,9 Prozent teurer geworden.

Die Zahl der verkauften Einfamilienhäuser ist um 5,9 Prozent zurückgegangen, wobei ein Drittel aller angebotenen Häuser in Niederösterreich zu finden ist. Von Jänner bis Juni registerte das Amtliche Grundbuch für insgesamt 4.936 Häuser neue Eigentümer.

Die Preise steigen grundsätzlich in allen Bundesländern, am stärksten in Tirol. Tirol gehört mit Salzburg und Vorarlberg zu den teuren Bundesländern, noch teurer ist der Hauskauf nur in Wien.

"Die Diskrepanz zwischen den Einfamilienhauspreisen in den bekannt hochpreisigen Gegenden um Wien, vor allem im Süden von Wien, und dem oberen Wald- und Weinviertel war immer schon erheblich. Aber die Schere geht noch weiter auf. Mittlerweile erhält man für ein typisches Einfamilienhaus im Bezirk Mödling acht Einfamilienhäuser im Bezirk Waidhofen/Thaya", sagt Anton Nenning von RE/MAX.

Kitzbühel teuerster Bezirk

Teuerstes Pflaster auf Bezirksebene ist übrigens der Bezirk Kitzbühel: Im Schnitt 1,6 Mio. Euro für ein Einfamilienhaus, gefolgt von Innsbruck, Stadt Salzburg, Wien, Mödling, Innsbruck Land und Kufstein.

Derzeit werden laut RE/MAX Web-Radar in Österreich im Internet rund 9.930 Einfamilienhäuser zum Kauf angeboten. Die Datenbasis dafür liefert die Imabis GmbH. Aktuell liegt die Anzahl der angebotenen Einfamilienhäuser in Österreich mengenmäßig um rund 3,5% unter dem Wert des Vorjahres. Verglichen mit dem Angebot an Einfamilienhäusern im ersten Halbjahr 2015 beträgt der Rückgang sogar mehr als ein Fünftel.

"Die Anzahl der am Markt verfügbaren Einfamilienhäuser in Österreich ist weiter zurückgegangen und liegt deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Dieser Aspekt ist neben der starken Nachfrage und dem niedrigen Zinsniveau ein wesentlicher Grund für die deutlichen – aber nicht ganz unerwarteten – Preissteigerungen der letzten 12 Monate", so Reikersdorfer.