Wirtschaft
25.03.2017

Post mit Bawag "nicht glücklich"

Ein Drittel der Filialen ohne Bankberater.

Die Bawag/PSK baut seit einiger Zeit kräftig Mitarbeiter ab. Alleine im Vorjahr sank die Zahl trotz Zukäufen aus dem Volksbanken-Sektor um rund 130 Vollzeitkräfte auf knapp 2500. Dies macht sich auch in den Filialen, die gemeinsam mit der Post betrieben werden, bemerkbar. Laut Bank ist in einem Drittel davon kein Bankberater mehr anwesend, die Beratungsbüros sind verwaist. "Wir haben unsere Mitarbeiter in den nächstgelegenen größeren Filialen zusammengezogen", sagt eine Bawag-Sprecherin zum KURIER. Das stößt auf Kritik – auch seitens der Post.

"Derzeit sind wir nicht glücklich damit", sagt Post-Sprecher Michael Homola. Im Kooperationsvertrag sei eine "gewisse Anzahl an gemeinsamen Standorten definiert". Diese Zahl (434) werde derzeit nicht erreicht. Insgesamt gebe es noch 454 Post-Filialen, wobei von Anfang an klar war, dass beim Rest die Bawag nicht dabei sei, weil es für sie dort keinen Sinn mache.

Schalter

Die Bawag verweist darauf, dass in allen Filialen weiterhin sowohl am Postschalter als auch an den Selbstbedienungsautomaten alle Bankgeschäfte des täglichen Lebens durchgeführt werden könnten: Ein- und Auszahlungen, Überweisungen sowie Sparbucheröffnungen und -schließungen. Alles weitere, vor allem was Beratung betrifft, ist aber nicht mehr möglich.

Generell sinkt die Zahl der Post/Bawag-Filialen laufend. Zu Beginn der Kooperation 2011 waren es noch 520 gemeinsame Outlets. Und ein weiterer Rückzug der Bawag droht: Erst im Februar war von einer "Optimierung" des Netzes und dem Ausbau des Onlinebankings die Rede.

Kündigung

In Postkreisen fürchtet man ein Aus der Kooperation, die aktuell bis Ende 2020 reicht. Erstmals ist eine Kündigung Ende dieses Jahres möglich. "Das ist derzeit nicht vorgesehen", sagt die Bawag-Sprecherin. Die Post will nun die Causa mit der Bank klären.

Glücklich sind auch einige Post-Mitarbeiter als Bawag-Kunden nicht. In einer Vereinbarung mit ihrem Betriebsrat wurde eine Mastercard zum Preis von 19,90 Euro /Jahr angeboten. Seit heuer kostet sie 59,90 Euro – "der Betrag wurde ohne vorherige Information abgebucht", heißt es. Die Bawag wollte dazu keine Stellung nehmen.