Post für Fekter aus Griechenland

Maria Fekter hat Post aus Griechenland bekommen. Die österreichischen Finanzinstitute sollen bis Anfang September ihr Exposure in griechischen Staatspapieren melden.
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Athen startet Teilumschuldung: Per Brief wurden die Finanzminister aufgefordert, das Griechenland-Exposure ihrer Länder bekannt zu geben.

Maria Fekter hat Post aus Griechenland bekommen. Auch 60 ihrer Finanzminister-Kollegen weltweit haben einen Brief der griechischen Regierung bekommen. Darin werden sie aufgefordert, die Höhe der langlaufenden griechischen Staatsanleihen ihrer Länder bekannt zu geben, die von Privatgläubigern gehalten werden. Zur Erinnerung: Am Gipfel der Euroländer am 21. Juli wurde beschlossen, dass sich private Gläubiger mit rund 50 Mrd. Euro an der Griechenland-Hilfe beteiligen sollen. Athen gibt damit den Startschuss für die Teilumschuldung, bevor noch das zweite Griechenland-Paket von den nationalen Parlamenten abgesegnet worden ist.

Zwei ranghohe griechische Banker bezeichneten den Brief als Einladung an die Banken, bis zum 9. September unverbindlich ihre Teilnahme zu erklären. Danach werde es eine formelle Einladung geben, der Teilnahme spätestens Anfang Oktober verbindlich zuzustimmen.

Anleihetausch

Die EU-Kommission ist zuversichtlich, dass die milliardenschwere Beteiligung der Privatgläubiger zustande kommt. Es gebe eine "starke Mobilisierung" von Banken, Fonds oder Versicherungen, an dem Paket teilzunehmen, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Freitag in Brüssel. "Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass die angepeilten Ziele nicht erreicht werden", so der Sprecher weiters. Athen peilt eine 90-prozentige Beteiligung an. Die Finanzinstitute sollen auf freiwilliger Basis ihre bis 2020 fälligen Papiere in neue Bonds mit einer Laufzeit von 15 bis 30 Jahren und niedrigerer Verzinsung tauschen. Der Anleihetausch bedeutet nach Berechnungen der Internationalen Bankenorganisation IIF einen Abschlag von 21 Prozent auf den aktuellen Kapitalwert mit sich.

Griechenland macht bei der Sanierung seiner Staatsfinanzen weiterhin die lahme Konjunktur zu schaffen. Wie das Finanzministerium in Athen einräumte, wird die Wirtschaft möglicherweise auch im kommenden Jahr nicht zum Wachstum zurückkehren. Zumindest werde die Rezession deutlich abflauen. Wenn alle Sparmaßnahmen umgesetzt würden, werde man 2011 "sehr nahe" an die Haushaltsziele kommen.

Streit mit Finnland

Im Streit der Euroländer um Extra-Sicherheiten für Finnland laufen die Gespräche weiter, sagte Rehns Sprecher. Die Kommission dringe darauf, dass so rasch wie möglich eine Lösung gefunden werde. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos zeigte sich im griechischen Parlament zuversichtlich: "Es wird eine Lösung geben." Finnland habe "voreilig öffentlich gemacht", dass es solche Gespräche und Vereinbarungen zwischen Athen und Helsinki gibt, sagte Venizelos. Er hatte vergangenes Wochenende schriftlich an die EU-Finanzminister appelliert, schnell zu handeln, damit das Hilfspaket in die Tat umgesetzt werden kann.

Finnland hat nach Regierungsangaben mit Athen eine Extra-Sicherheit als Gegenleistung für seine Hilfskredite in Höhe von etwa 1 Mrd. Euro ausgehandelt. Nach Medienberichten soll Athen etwa 20 Prozent dieser Summe Finnland überweisen. Helsinki solle diese Gelder investieren. Mit den Zinsen soll dann angeblich die Finnland-Hilfe für Griechenland abgesichert werden. Dieses Extra-Pfand wird jedoch von den meisten Euroländern abgelehnt.

(apa, dpa, rts) Erstellt am
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