Wirtschaft
15.03.2018

Post, AUA, Lufthansa, Generali feiern 2017-Ergebnisse

Post AG steigerte 2017 Ergebnis sowie Umsatz und erhöht Dividende. AUA erreichte bisher höchsten Betriebsgewinn. Auch italienische Generali feiert.

Die Österreichische Post steigerte 2017 Ergebnis und Umsatz und hält am positiven Ausblick für das heurige Jahr fest. Die Dividende soll um 2,5 Prozent auf 2,05 Euro je Aktie steigen. Der Rückgang beim Briefgeschäft setzte sich im Vorjahr fort, dafür gab es ein kräftiges Plus im Paketgeschäft. Dies sorgt für eine höhere Mitarbeiterprämie, die um 2,6 Prozent auf 875 Euro je Mitarbeiter steigt.

Bereinigt um den Verkauf der deutschen Pakettochter trans-o-flex legte der Umsatz um 2,3 Prozent auf 1,94 Mrd. Euro zu, wobei beim Brief ein Minus von 2,1 Prozent und beim Paket ein Plus von 17,7 Prozent verzeichnet wurde. Das Betriebsergebnis (Ebit) wurde 2017 um 2,7 Prozent auf 207,8 Mio. Euro verbessert. Das Periodenergebnis erhöhte sich von 152,7 auf 165,0 Mio. Euro im Jahresvergleich, wobei hier ein Ertrag in Höhe von 11,0 Mio. Euro durch den Verkauf von Wertpapieren das Finanzergebnis positiv beeinflusste. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 2,45 Euro nach 2,26 Euro im Jahr 2016.

Am Ausblick für heuer hält Postchef Georg Pölzl fest, wobei auch 2018 wieder kräftig investiert werden soll. "Vor dem Hintergrund des anhaltenden Marktwachstums im Bereich der Privatkundenpakete werden Maßnahmen getroffen, um die Sortierleistung innerhalb der nächsten vier Jahre auf über 100.000 Pakete pro Stunde zu verdoppeln", so die Post AG am Donnerstag zur Jahresbilanz 2017.

Rekordjahr für AUA

Die AUA (Austrian Airlines) hat 2017 mehrere Rekorde verbucht: Sowohl bei den Passagierzahlen, die um 13 Prozent auf mehr als 12,9 Millionen zulegten, als auch bei den Bilanzergebnissen. Der Betriebsgewinn war erstmals in dreistelliger Millionenhöhe. AUA-Finanzvorstand Heinz Lachinger sprach am Donnerstag vom besten Ergebnis in der 60-jährigen Geschichte.

Befeuert wurde die Entwicklung der österreichischen Lufthansa-Tochter durch die deutlich höhere Nachfrage nach Europaflügen. Und das lag hauptsächlich am Niedergang der Air Berlin und am Ausfall ihrer österreichischen Ex-Tochter Niki. Das half auch der AUA voriges Jahr zu zweistelligen Passagierzuwächsen. Nach vielen Jahren des Personalabbaus gab es wieder Neueinstellungen: Vor allem durch die Aufnahme von neuen AUA-Piloten und Flugbegleitern kamen im abgelaufenen Jahr 464 Mitarbeiter dazu. Ende des Jahres hatte die AUA 6.914 Beschäftigte.

Weil 7 Millionen Euro aus dem Verkauf der alten Fokker-Flugzeuge hereinflossen, ist das Betriebsergebnis EBIT (in dem auch Bewertungsgewinne enthalten sind) um 55 Prozent auf 101 Millionen Euro angewachsen. Abzüglich solcher Bewertungsgewinne ging das bereinigte Ergebnis um 62 Prozent auf 94 Mio. Euro nach oben. Das Schlussquartal ist bei den Fluggesellschaften traditionell ein Defizit-Quartal. Nach AUA-Angaben lag der Quartalsverlust zum Jahresende mit 5 Millionen Euro aber auch deutlich unter Vorjahr (Quartalsverlust: 19 Mio. Euro).

Für 2018 sieht AUA-Chef Kay Kratky wegen der prognostizierten Spritverteuerungen und laufender Investitionen ein "herausforderndes Jahr", wie er heute schrieb. Das bereinigte Ergebnis werde leicht unter dem von 2017 liegen.

Lufthansa und Swiss feiern ebenfalls Rekorde

Die Lufthansa hat im Pleitejahr von Air Berlin den höchsten Gewinn ihrer Geschichte eingeflogen. Das operative Ergebnis (bereinigte EBIT) stieg 2017 um rund 70 Prozent auf knapp 3 Mrd. Euro, wie der deutsche AUA-Mutterkonzern am Donnerstag mitteilte. Für 2018 rechnet Vorstandschef Carsten Spohr nur mit einem leichten Rückgang. Unter dem Strich erhöhte sich der Überschuss des Konzerns 2017 um ein Drittel auf 2,4 Mrd. Euro. Hier wirkte sich die Einigung mit den Piloten bei den Betriebsrenten positiv aus.

Der positive Einmaleffekt des Tarifabschlusses mit der Vereinigung Cockpit für die Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings wurde mit 582 Mio. Euro beziffert und im Dezember ergebniswirksam. Die Lufthansa-Aktionäre können sich auf eine um 60 Prozent auf 80 Cent je Aktie erhöhte Dividende freuen - die in den kommenden Jahren mindestens stabil bleiben soll. Für die deutsche Fluggesellschaft war 2017 das dritte Rekordjahr in Folge. Zum operativen Gewinnanstieg trugen vor allem die Passagier-Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines (AUA) und Eurowings, aber auch die Frachttochter Lufthansa Cargo bei. Der Umsatz des Konzerns legte um gut 12 Prozent auf 35,6 Mrd. Euro zu.

Vor allem wegen der steigenden Treibstoffkosten werde das bereinigte operative Ergebnis 2018 leicht unter dem Vorjahr liegen, teilte Europas größte Fluggesellschaft heute mit. Die um rund 700 Mio. Euro höheren Treibstoffkosten können nach Prognose der Lufthansa zu einem großen Teil durch eine bessere operative Performance kompensiert werden. "Wir werden unseren Modernisierungskurs konsequent fortsetzen", erklärte Vorstandschef Carsten Spohr, dessen Vertrag gerade erst um fünf Jahre verlängert wurde. Der Vorstand der Lufthansa hat Donnerstagfrüh erklärt, weiter an einer sanierten Alitalia interessiert zu sein.

Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss hat 2017 bei einem leicht höheren Umsatz den operativen Gewinn um fast einen Drittel gesteigert. Auch die schweizerische Lufthansa-Tochter und AUA-Schwesterairline sprach am Donnerstag von einem der besten Ergebnisse der Firmengeschichte.

Generali: Rekord mit Milliardengewinn

Die italienische Versicherungsgesellschaft Generali hat das Jahr 2017 ebenfalls mit einem Rekordgewinn von 2,1 Mrd. Euro abgeschlossen. Das sind um 1,4 Prozent mehr als 2016, wie der Konzern heute, Donnerstag, mitteilte. Die Prämien stabilisierten sich bei 68,54 Mrd. (minus 0,2 Prozent). Die Prämien im Lebensversicherungsbereich sanken um 1 Prozent auf 47,79 Mrd. Euro, der Schadenbereich wuchs dagegen um 1,7 Prozent auf 20,75 Mrd. Euro. Die Dividende beträgt 0,85 Euro je Aktie, 2016 waren es 0,80 Euro.

"Diese Ergebnisse bezeugen die Effizienz unseres strategischen Plans in der aktuellen Marktkonjunktur - wir sind bestens positioniert, um die Resultate zu erreichen, die wir uns für 2018 zum Ziel gesetzt haben", so der CEO von Generali, Philippe Donne.