© APA/HANS KLAUS TECHT

Kapitalerhöhung
06/12/2013

Porr will an Börse kein Mauerblümchen mehr sein

Der Baukonzern will den Streubesitz erhöhen und zog Rekordauftrag an Land: U-Bahn-Bau in Katar.

von Robert Kleedorfer

Im Jahr 2022 wird in Katar die Fußball-WM ausgetragen. Bis dahin ist noch viel zu tun. Das Emirat will bis zu 100 Milliarden Dollar investieren, vor allem in die Infrastruktur. So soll neben modernen Stadien auch ein mehr als 300 Kilometer langes Netz aus S- und U-Bahnen errichtet werden. Für den Bau einer Linie hat sich in einem Konsortium auch die heimische Porr AG beworben – und nun den Zuschlag erhalten. Die „Green-Line“ ist 16,6 Kilometer lang und umfasst sechs Stationen. Die Bauzeit wird rund fünf Jahre betragen.

„Die Arbeiten haben bereits begonnen“, sagt Porr-Chef Karl-Heinz Strauss zum KURIER, nachdem bereits im Vorjahr der Auftrag für die Ausführung aller vorbereitenden Maßnahmen gewonnen wurde. Dies beinhaltete Abbrucharbeiten von Gebäuden oder Leitungs- und Straßenumlegungen. Diesem Auftrag folgt nun die Rekordorder von insgesamt knapp zwei Milliarden Euro. Davon entfallen 945 Millionen auf die Porr.

3500 Arbeiter

Für die Errichtung der Strecke werden bis zu 3500 Arbeiter und 400 Ingenieure, zum Teil aus Österreich, benötigt. Sechs Tunnelbohrmaschinen werden eingesetzt. Porr ist in Katar mit einer eigenen Niederlassung präsent, mit einem regionalen Partner ist auch der Markteintritt in Saudi Arabien in Vorbereitung. „Alleine würden wir nicht hingehen“, sagt Strauss.

Die Heimmärkte in Europa sollen vorrangig bleiben, kleine Zukäufe in Deutschland und Österreichs seien geplant. Geld dafür soll auch durch eine Kapitalerhöhung im ersten Halbjahr 2014 kommen. Geplant ist die Ausgabe neuer Aktien um bis zu 50 Prozent des Grundkapitals. Das wären nach aktuellem Kurs bis zu rund 115 Millionen Euro. Darüber hinaus sollen Stamm- und Vorzugsaktien zusammen gelegt werden und anschließend durch vier gesplittet werden. Das soll den Handel mit den derzeit eher teuren Aktien (90 bzw. 65 Euro) beleben. „Porr war jahrelang an der Börse ein Mauerblümchen, das wollen wir ändern“, sagt Strauss. Dies sei mit den früheren Eigentümern, darunter die B&C-Gruppe, nicht möglich gewesen. Der Anteil des Syndikats Strauss/Ortner werde aber nicht unter 50 Prozent fallen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.