Wirtschaft
11.06.2014

Pleiten brachten Schwung ins Übernahmekarussell

Alpine & Co: Nie zuvor wurden so viele Transaktionen aus einer Insolvenz heraus verzeichnet.

Im Vorjahr hat sich das Übernahmekarussell in Österreich deutlich schneller gedreht als 2012. Mit 424 Transaktionen im Volumen von insgesamt 18,6 Milliarden Euro gab es um ein gutes Fünftel (21,3 Prozent) mehr Übernahmen und Fusionen, so das Ergebnis einer Studie der ACS Acquisition Services Wien.

Bauwirtschaft führend

Der bisherige Höchstwert datiert allerdings zurück ins Jahr 2007 und damit auf Vorkrisenniveau. Damals belief sich das Volumen der Zusammenschlüsse und Zukäufe auf ein Volumen von 28,3 Milliarden Euro – und damit auf zehn Milliarden mehr als im Vorjahr. Aber auch 2013 war ein Rekordjahr: Nie zuvor wurden so viele Transaktionen aus einer Insolvenz heraus verzeichnet.

Von den 83 Fällen steuerte 17 alleine die Milliardenpleite derAlpine, einst zweitgrößter Baukonzern Österreichs, bei. Wegen der Zerschlagung der Alpine steht die Bauwirtschaft im Branchenranking ganz oben. Nur am Immobilienmarkt gab es noch mehr Übernahmen, auf dem dritten Rang folgt die Internetwirtschaft.

Der Anteil der grenzüberschreitenden Transaktionen sank auf 58 Prozent und damit auf das niedrigste Niveau seit 20 Jahren. Traditionell entfällt der größte Teil der Auslandstransaktionen (26,4 Prozent) auf Deutschland, wobei der Anteil der deutschen Deals zuletzt 1996 so niedrig war. Hinter Deutschland liegen die USA und die Schweiz.

Ende der Einbahn

Auf Osteuropa entfiel ein Viertel der Transaktionen. Die Zeiten, in denen österreichische Firmen osteuropäische Konkurrenten schluckten und nicht umgekehrt, sind vorbei. Bei einem Drittel der Osteuropa-Akquisitionen 2013 wurden österreichische Firmen gekauft.