Wirtschaft
02.10.2017

Pleite der Monarch Airlines: 110.000 Passagiere müssen zurückgeholt werden

Nachdem die Flieger auf dem Boden bleiben, wurde größte Passagier-Rückholaktion der Geschichte gestartet.

Die Spatzen haben es längst von den Dächern gepfiffen, jetzt ist es fix: Die britische Fluggesellschaft Monarch Airlines, die 1967 gegründet wurde, hat Montagfrüh ihren gesamten Flugbetrieb eingestellt. Das ist die bisher größte Pleite eines britischen Luftfahrtunternehmens. Alle Flüge wurden abgesagt, wie die britische Flugbehörde CAA mitteilte. Als Insolvenzursache wird der ruinöse Preiskampf mit anderen Billigfliegern ins Feld geführt. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 (Stichtag: 31. Oktober) wurden die Schulden mit rund 316,5 Millionen Pfund beziffert. Der operative Vorsteuerverlust betrug 291 Millionen Pfund, der Gesamtverlust 317, 9 Millionen Pfund.

Die britische Regierung bat die Flugbehörde, andere Flüge für rund 110.000 Passagiere von Monarch Airlines aus dem Ausland zu organisieren. Zuvor wurden 300.000 Buchungen storniert. Die Kunden wurden aufgefordert, nicht mehr zu ihren Abflug-Flughäfen zu fahren.

Die Regierung spricht von der größten Rückholaktion in Friedenszeiten. Verkehrsminister Chris Grayling sagte laut Mitteilung, dies sei eine sehr beunruhigende Situation für die betroffenen britischen Urlauber. Seine erste Priorität sei es, die Passagiere nach Hause zu holen. Dazu müssen aber zumindest 30 Flieger gechartert werden.

Monarch Airlines beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter und hat 36 Airbus- und Boeing-Flieger über eine Leasing-Finanzierung geordert, davon 32 bei Boeing. Die Flieger wurden aber noch nicht ausgeliefert.