Pläne für eigene Europa-Agentur

Die drei großen US-Ratingagenturen Standard & Poor´s, Moody’s und Fitch sollen Konkurrenz aus Europa bekommen.
Foto: APA/JUSTIN LANE

Markus Krall, Partner beim deutschen Unternehmensberater Roland-Berger, fordert eine eigene Ratingagentur für Europa.

Eine europäische Ratingagentur soll den drei großen US-Häusern (S&P, Moody's, Fitch) die Stirn bieten, so der Plan von Markus Krall, Partner beim deutschen Unternehmensberater Roland-Berger. Seit einem Jahr wirbt Krall bei Regierungen und Konzernen für sein Modell, das wie folgt aussieht: Die Agentur soll als nicht gewinnorientierte Stiftung organisiert werden. Deren Träger - rund 30 große europäische Finanzdienstleister, darunter Banken, Börsen und Fondsgesellschaften - sollen je zehn Millionen Euro an Startkapital bereitstellen. Wer im Konsortium ist, soll bereits Ende 2011 fix sein.

Bisher bezahlen Wertpapier-Emittenten Ratingagenturen für ihre Bewertung, was aufgrund des Interessenkonfliktes umstritten ist. Roland Berger plant jetzt eine Plattform, auf der Benotungen von verschiedenen Anbietern gekauft werden können. Und zwar nicht mehr von Emittenten sondern von den Investoren.

Dafür seien Gesetzesänderungen auf europäischer Ebene erforderlich. Die EU-Kommission befasst sich derzeit mit der Thematik. Langfristiges Ziel ist, dass weitere neue Anbieter hinzukommen und so mehr Wettbewerb entsteht. "Dies würde auch die Meinungsvielfalt stärken", glaubt Krall.

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(kurier) Erstellt am
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