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© Reuters/ADAM HUNGER

Pharma
07/30/2014

Baxter verkauft Impfstoffsparte an Pfizer

240 österreichische Baxter-Mitarbeiter sollen zu Pfizer wechseln. Sie erhalten Jobgarantie für ein Jahr.

Baxter trennt sich für 635 Mio. Dollar (473 Mio. Euro) von seiner Impfstoffsparte. Das gab der US-Pharmariese am Mittwoch bekannt. 240 der insgesamt über 4.000 Baxter-Mitarbeiter in Österreich sollen zum Käufer Pfizer wechseln. Sie erhalten eine Jobgarantie für ein Jahr. Die betroffenen Impfstoffe sollen weiterhin in Orth an der Donau hergestellt werden, teilte Baxter Österreich mit.

"Die betroffenen Arbeitsplätze bleiben erhalten und Mitarbeiter werden ihre jetzigen Positionen behalten, jedoch bei Inkrafttreten des Vertrages zu Mitarbeitern von Pfizer werden", erläuterte ein Baxter-Sprecher. Es werde in den zwölf Monaten nach Inkrafttreten des Vertrages für die rund 240 Mitarbeiter in Österreich, die von Baxter zum Käufer überwechseln, keine Änderungen geben. Auch für den Produktionsstandort Österreich erwartet Baxter keine Auswirkungen, weil beide Impfstoffe weiterhin in Orth an der Donau hergestellt werden sollen. Die betroffenen Anlagen gehen mit dem Deal in das Eigentum von Pfizer über.

"Österreich bleibt wichtiges Land für Baxter"

"Österreich bleibt weiterhin ein wichtiges Land für Baxter, sowohl heute als auch in Zukunft", betonte der Sprecher. Heuer werden rund 80 Mio. in Wien und Orth investiert. Zusätzliche Investitionen von mehr als 100 Mio. Euro sind für eine Hämophilie-Produktionsstätte in Krems geplant. Der Bau hat voriges Jahr begonnen.

Bereits im Frühjahr wurde über die Pläne von Baxter berichtet, das Impfstoffgeschäft mit einem Umsatz von zuletzt 300 Mio. Dollar im Jahr zu verkaufen. Zusammen mit der Investmentbank Goldman Sachs suchte das Unternehmen nach Käufern für die Sparte, in der Baxter über 20 Arzneimittel - unter anderem Impfstoffe gegen Hirnhautentzündung und Grippe - erforscht und entwickelt.

Der Verkauf umfasst laut Angaben von Baxter den Geschäftszweig der kommerziellen Impfstoffe des Unternehmens, der aus NeisVac-C, einem Impfstoff, der gegen durch Gruppe C Meningokokken (MenC) verursachte Meningitis schützt, sowie FSME Immun besteht, der gegen Zeckenenzephalitis (TBE) - eine Infektion des Gehirns, die durch den Biss von mit dem TBE-Virus infizierten Zecken übertragen wird - schützt. Beide Impfstoffe sind derzeit hauptsächlich in Europa zugelassen.

Erst der Beginn?

Der Verkauf könnte aber nur ein erster Schritt sein. In der Aussendung des Unternehmens heißt es: "Baxter untersucht weiterhin strategische Optionen, einschließlich des Potentials der Partnerschaft oder der Veräußerung seines F&E Entwicklungsprogramms, das sich auf Grippe und Borreliose spezialisiert." Pfizer und Baxter gehen davon aus, den Deal bis Ende 2014 abzuschließen, abhängig von den behördlichen Genehmigungen.

Baxter zählte in Österreich bisher zu den größten Biotech-Unternehmen. Baxter hatte 1996 die Immuno AG für damals ungefähr 850 Mio. Schweizer Franken (700 Mio. Euro) übernommen. Die Immuno AG mit ihren Blutplasma-Produkten und ihren Impfstoffen war in den 1950er-Jahren von Wiener Wissenschaftern, unter ihnen Johann Eibl, gegründet worden.

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