Wirtschaft 17.03.2016

Personaldienstleister AGO: Nach Pleite gerettet

© Bild: KURIER/Gerhard Deutsch

Gläubiger gaben grünes Licht für Fortbestand, 278 Jobs sind gesichert.

Der in die Insolvenz geschlitterte Personaldienstleister AGO (Akademischer Gästedienst in Österreich) – der KURIER berichtete – ist gerettet, 278 Jobs sind vorerst gesichert. Die Gläubiger haben am Donnerstag den vorgelegten Sanierungsplan angenommen. 22 Prozent der ausstehenden Gelder müssen nun etappenweise binnen zwei Jahren ausbezahlt werden.

Dabei einigte man sich auf eine Barquote von 12 Prozent, wobei diese Summe bis 15. April auf dem Konto des Masseverwalters einlangen muss, um danach rasch ausbezahlt werden zu können. Von den restlichen 10 Prozent erhalten die Gläubiger die Hälfte binnen einem Jahr, die weiteren 5 Prozent binnen einem weiteren Jahr, informierten der Kreditschutzverband von 1870 (KSV), Creditreform und Alpenländischer Kreditorenverband (AKV) via Aussendungen. Mit der Gesamtquote von 22 Prozent steigen die Gläubiger jedenfalls etwas besser aus als mit der ursprünglich angebotenen Quote von 20 Prozent.

Die zu berücksichtigenden Verbindlichkeiten von mehr als 400 Gläubigern belaufen sich auf knapp 4 Millionen Euro. Für den Personalvermittler sind derzeit gut 260 Mitarbeiter tätig, wobei ein Gutteil davon im IT-Bereich des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) werkt. Laut KSV ist die laufende Finanzierung des Unternehmens gesichert - jedenfalls bis Jahresende. Dann läuft der KAV-Vertrag aus, wobei mit einer Verlängerung gerechnet wird.

AKH-Affäre

In der Öffentlichkeit bekannt geworden war AGO, nachdem der Personalvermittler vor einigen Jahren die Ausschreibung für Reinigungsarbeiten im Wiener AKH gewonnen hatte. Im Zuge der Vergabe wurden Korruptionsvorwürfe laut - wobei entsprechende Verfahren mit Freisprüchen endeten. Der Vertrag durch das Spital wurde allerdings beendet. Mit den danach virulent gewordenen finanziellen Schwierigkeiten habe das aber nichts zu tun, hatte die Unternehmensleitung unlängst versichert.

Vielmehr wurde als Ursache etwa die Abschreibung infolge der Insolvenz der slowakischen Tochter AGO Engineering s.r.o. angeführt. Dazu kam ein OGH-Urteil, wonach auch Leiharbeitern gewisse Zulagen von Stadtbediensteten zustehen - was für AGO Nachzahlungen bedeutete. Das erklärt auch, warum unter den gut 400 Gläubigern rund 300 Dienstnehmer sind.

( Agenturen , aho ) Erstellt am 17.03.2016