Pensionsreif? Barbie steckt in der Krise

File photo of Barbie dolls in the toy department o
Foto: Reuters/MIKE BLAKE Riesiges Umsatz-Minus für Barbie

Mattel: Größter Verlust in 15 Jahren - neue Chefin will Spielzeug mit Künstlicher Intelligenz aufpeppen.

Die klassische Barbie-Puppe steckt weiterhin tief in der Krise - die im März 1959 erstmals vorgestellten Kunststoffpuppe scheint reif für die Spielwaren-Pension. Die Verkäufe schwächelten vor allem in Nordamerika, gab die neue Chefin des US-Spielzeugherstellers Mattel, Margaret "Margo" Georgiadis, am Donnerstag bekannt. Sie musste den Anlegern "enttäuschende" und "inakzeptable" Zahlen vorlegen.

Der Umsatz ging im ersten Quartal um satte 15 Prozent auf 736 Mio. Dollar zurück - vor allem, weil die Lager der Spielwarenhändler nach einem ohnehin bereits schwachen Weihnachtsgeschäft noch voll waren. Kräftige Rabatte mussten helfen, die überschüssige Ware abzuverkaufen. So einen Umsatz-Einbruch gab es zuletzt vor acht Jahren.  Und der Verlust von gut 113 Mio. Euro ist überhaupt das größte Minus seit 15 Jahren. Die Aktie gab außerbörslich sechs Prozent nach.

Konkurrenz für Carrera

"Margo" Georgiadis kann sich allerdings darauf berufen, dass sie erst seit Jänner 2017 im Amt ist. Sie habe in den ersten 60 Tagen "jeden Stein umgedreht", um die Zukunftsaussichten zu verbessern und den Gewinn zu heben, sagte sie in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Georgiadis kam übrigens von Google zu Mattel - und sie sieht in der Digitalisierung die Zukunft des bisher sehr traditionell ausgerichteten Anbieters.

Künftig will Mattel mehr elektronische und vernetzte Spielzeuge anbieten. So werden die Hot Wheels-Bahnen mit Autos mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet, sodass Kinder diese mit Controllern, wie sie sie von Konsolen oder Computerspielen kennen, steuern und Rennen austragen können - eine mögliche Konkurrenz für klassische Rennautobahnen.  Auch Spiele-Apps und Verknüpfungen von Hot Wheels mit Computerspielen sind bei Mattel geplant.

Hoffen auf Cars 3

Doch nicht nur die Klassiker Barbie und Fisher-Price schwächelten zuletzt, auch der bisherige Bestseller Monster High - eine hippere, quasi "Gothic"-Variante der Barbie - habe sich zum Problemfall entwickelt, gestand die Mattel-Chefin.

Kurzfristig setzt Georgiadis jetzt große Hoffnungen in Lizenzprodukte rund um den Disney-Film Cars 3, der im Juni in die US-Kinos kommen soll. Georgiadis, president of Americas for Google, resp Foto: REUTERS/STEVE MARCUS Ex-Google-Amerika-Chefin Margaret Margo Georgiadis soll Mattel retten

(KURIER) Erstellt am
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