Pensionisten, Veteranen und Behinderte zittern um ihr Geld

Die drohende Zahlungsunfähigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt ab 2. August hätte für die Bevölkerung sofort spürbare und handfeste Folgen.

So hat Präsident Barack Obama bereits angekündigt, er könne nicht garantieren, dass Rentner, Kriegsveteranen und Behinderte dann ihr Geld erhalten würden. Dabei geht es um etwa 70 Millionen Schecks im Wert von 20 Milliarden Dollar.

Was sonst noch passieren würde, ist vielen US-Bürgern noch allzu gut in Erinnerung. 1995 und 1996 hatte sich Bill Clinton mit den damals ebenfalls starken Republikanern ein Duell um das Budget geliefert- zwei Mal kam es zum sogenannten Shut-down.

Zahllose Behörden wurden geschlossen, Hunderttausende der insgesamt 1,9 Millionen Bundesbeamte nach Hause geschickt. Ausgenommen waren Notbesetzungen in Ministerien und Ämtern, ohne die die Sicherheit und Gesundheit der Bürger gefährdet gewesen wären. Patienten kamen in die Warteschleife. Die Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention stellten ihre Arbeit ein. Praktisch alle Bereiche der Wirtschaft waren betroffen. So blieben etwa Anträge auf Firmengründung oder Forschungsunterstützung unbearbeitet liegen.

Millionenverluste

Massiv betroffen war auch der Tourismus: So mussten 368 Nationalparks ihre Pforten schließen und verloren etwa sieben Millionen Besucher. Museen blieben geschlossen, Zoo-Besuche waren unmöglich. Fluggesellschaften beklagten Millionenverluste, weil sich die Ausstellung von Visa und Reisepässen verzögerte.

Anfangs sank die Popularität von Präsident Clinton in den Keller, doch als die Krise vorüber war, wurde sie eher der republikanischen Opposition angelastet.

Eigentlich wäre die Schuldengrenze von 14,3 Billionen US-Dollar heuer am 16. Mai erreicht worden. Doch Finanzminister Tim Geithner griff zu einem Trick und stoppte die Einzahlungen in die Rentenkasse für Staatsangestellte - auch das hat langfristige Folgen und ist nicht länger aufrechtzuerhalten.

Mehr zum Thema

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?