© Reinhard Vogel

Umstellung
11/02/2012

Pannenwoche bei der Bank Austria

Das neue eingeführte und stotternde IT-System der Konzernmutter Unicredit sorgt für Unmut.

von Christine Klafl

Freitag, 12.30 Uhr. „Es funktioniert noch immer nicht“, postet eine Bankkundin auf der Facebook-Seite der Bank Austria (BA) empört. „Wann kann ich denn mit meinem Gehalt rechnen?“, ist von einem anderen Betroffenen zu lesen. „Wer kassiert eigentlich die Zinsen für endlos nicht ankommende Überweisungen?“, fragt sich ein anderer. Am achten Tag nach Beginn der großen EDV-Umstellung der Bank Austria funktioniert die Netzwelt des Hauses noch immer nicht reibungslos. Etlichen Bankkunden, die es bisher mit Humor genommen haben, platzt jetzt endgültig der Kragen.

„Wir sehen klare Verbesserungen, aber es treten nach wie vor Probleme auf“, so Bank-Austria-Sprecher Martin Halama. Die Gehälter von Arbeitgebern, die Konten bei der BA haben, seien jedenfalls „jetzt alle raus und sollten im Lauf des Freitags bei den anderen Banken sichtbar werden“. Ein Rundruf bei anderen Geldhäusern ergab: Freitagmittag hatten rund 90 Prozent der Bankkunden zwar endlich ihr richtiges Gehalt auf ihrem Konto (davor hatte es auch Doppelt- und Dreifachüberweisungen gegeben). Der Rest musste allerdings weiter warten, weil die Datensätze der Bank Austria noch nicht eingelangt waren.

Härtefälle

Bei Härtefällen wollen sich sämtliche Institute kulant zeigen. Für dringende Behebungen oder Überweisungen will man den individuellen Kontorahmen anheben, bis das Geld von der Bank Austria endlich eingelangt ist. Für die Mithilfe werden die BA-Konkurrenten wohl mit vermehrtem Zulauf belohnt werden. Etliche BA-Kunden haben im Internet bereits ihre Abwanderung zu anderen Geldhäusern angekündigt. „Wie soll ich die Ware ausliefern, wenn ich nicht sehen kann, ob der Kunde gezahlt hat?“, fragt ein BA-Firmenkunde, der am Freitag sein Online-Banking immer noch nicht checken konnte. Er will das nicht nochmals riskieren, sondern lieber das Konto wechseln.


Mit einem Massenphänomen an Wechselkunden sei allerdings nicht zu rechnen, ist bei heimischen Banken zu hören. Für Schäden, die etwa durch Überziehungszinsen oder Mahnspesen entstehen, will die BA jedenfalls geradestehen.

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