Wirtschaft 20.07.2017

Millionenpleite eines Energie-Start-ups

Zweite Pleite führt zur Unternehmensschließung © Bild: PhotographyByMK/Fotolia

Die Überschuldung der Neovoltaic AG beträgt laut Kreditschützer rund 2,5 Mio. Euro.

Das oststeirische Energie-Start-up Neovoltaic AG hat Insolvenz angemeldet, wie das Start-up-Branchenportal Der Brutkasten am Donnerstag berichtete und wie von den Kreditschützern AKV, KSV und Creditreform bestätigt wurde. Die Überschuldung beträgt laut Kreditschützer rund 2,5 Mio. Euro. Seitens der Aktionäre ist geplant, das Unternehmen fortführen zu lassen.

Die 2010 als Premium Energy GmbH gegründete Neovolatic AG, die 2012 ihren Namen änderte und in den Hartberger Ökopark übersiedelte, hat Passiva von rund 3,07 Mio. Euro und Aktiva von rund 0,57 Mio. Euro. Daraus ergibt sich eine Überschuldung von 2,5 Mio. Euro. Das Unternehmen beschäftigt sich mit dem Entwicklung, Handel und Vertrieb von Speicheranlagen für Solarinstallationen auf Basis von leistungsfähigen Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien sowie der Energieoptimierung durch ganzheitliche Einbindung von Nutzern. Von der Insolvenz, angemeldet am Donnerstag am Handelsgericht Graz, sind rund 470 Gläubiger betroffen. Zum Insolvenzverwalter wurde der Grazer Anwalt Norbert Scherbaum bestellt.

Crowdinvesting-Kampagne

Mitte 2016 war mit dem Verkauf an Endkunden begonnen worden. Dazu wurde ein All in one-System bereitgestellt, welches Beratung, Verkauf sowie Installation vorsah. Dadurch sollte beim privaten Endkunden ein System mit Photovoltaik-Anlage, Energiespeicher und Energiemonitoring installiert werden. Um den Vertrieb zu finanzieren, wurde eine Crowdinvesting-Kampagne gestartet, bei der rund 726.100 Euro von 348 Investoren eingesammelt wurde. Der Einbruch von Verkaufszahlen durch den Wegfall einer Region in Deutschland sowie der Nichteinstieg eines möglichen strategischen Investors - laut Brutkasten der Varta Storage GmbH - führten letztendlich zu den finanziellen Schwierigkeiten.

Bei Funktionären und Investoren finden sich bekannte Namen aus der heimischen Wirtschaft: So ist der früherer Vorstand der Austrian Airlines, Alfred Ötsch Aufsichtsratsvorsitzender. Ex-OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer war offenbar als Investor an Bord.

( Agenturen , moe ) Erstellt am 20.07.2017