OPEC-Präsident Mohammend Bin Saleh Al-Sada aus Katar

© REUTERS/HEINZ-PETER BADER

Rohöl
06/02/2016

OPEC sieht Ölpreis weiter auf Weg nach oben

Machtkampf. Ölkartell gewinnt Marktanteile.

von Irmgard Kischko

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) lässt weiter die Marktkräfte spielen. Die 13 Mitgliedsstaaten haben bei ihrem Treffen am Donnerstag in Wien erneut keine Obergrenze für die Ölproduktion beschlossen. Schon die vorangegangene Sitzung am 4. Dezember des Vorjahres endete – ganz im Gegensatz zu früheren Gepflogenheiten – ohne Beschluss eines Ölförderlimits. Die OPEC pumpte so viel Öl, wie nur ging, auf die Märkte. 32,5 Millionen Fass am Tag waren es im Durchschnitt.

Im Gefolge der Dezember-Sitzung stürzten die Ölpreise ab – bis zu einem Acht-Jahres-Tief von 27 Dollar je Fass (159 Liter). Die OPEC-Strategie hinter der Ölschwemme, nämlich die Ölförderer außerhalb der OPEC wie die USA oder Russland zurückzudrängen, scheint aufzugehen: Das billige Öl hat viele Förderunternehmen außerhalb des Kartells zum Aufgeben gezwungen, das Weltölangebot ist daher schon etwas gedämpfter.

Die Folge: Die Ölpreise steigen seit einigen Wochen. Und: "Die OPEC gewinnt Marktanteile", verkündete der scheidende OPEC-Generalsekretär, Abdallah Salem El-Badri. Nach neuneinhalb Jahren wird er im August von Mohammed Sanusi Barkindo aus Nigeria abgelöst.

Aus dem Markt gedrängt wurden vor allem US-Schieferölfirmen. Aber auch andere Nicht-OPEC-Staaten drosselten ihre Produktion. 740.000 Fass je Tag weniger kommt laut OPEC von den Nicht-Mitgliedern derzeit auf den Ölmarkt. OPEC-Präsident Mohammend Bin Saleh Al-Sada aus Katar geht daher davon aus, dass die Ölpreise heuer weiter steigen werden – "mit Schwankungen, aber in Richtung eines fairen Preises", wie er glaubt.

Investitionen fehlen

Fair wäre der Preis für ihn dann, wenn die Ölförderer wieder investieren würden. Mangels ausreichender Gewinnmargen sanken die weltweiten Investments in die Ölförderung 2015 um 20 Prozent und heuer um 15 Prozent. Blieben die Ölpreise tief, sei im nächsten Jahr ein weiterer krasser Rückgang zu erwarten. Das würde das Ölangebot derart drosseln, dass ein steiler Preisanstieg unvermeidlich sei. Doch eine dramatische Preisrallye ist eher nicht zu erwarten. Immerhin fördert der Iran noch einiges weniger Öl, als er könnte.

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