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Wirtschaft
05/11/2012

Österreichs Wirtschaft trotzt dem Abschwung

Die EU-Kommission sagt Österreich ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent voraus. Maria Fekter geht von mehr aus.

Klein, aber oho. Im Vergleich zu den großen Volkswirtschaften in der Eurozone entwickelt sich die österreichische heuer geradezu prächtig. Im Durchschnitt der Währungsunion wird, laut Frühjahrsprognose der EU-Kommission, die Wirtschaft heuer um 0,3 Prozent schrumpfen. Österreich wird ein Plus von 0,8 Prozent vorausgesagt. Das ist ein Hauch mehr als in der Vorhersage im Februar (0,7 Prozent). In ähnlichem Fahrwasser bewegen sich auch die heimischen Wirtschaftsforscher, die von 0,4 bis 0,8 Prozent Wachstum ausgehen.

Finanzministerin Maria Fekter glaubt diese Daten alle nicht. "Wir sind besser als die Prognosen", sagt sie und geht davon aus, dass Österreich heuer ein Plus von 1,2 Prozent schaffen wird. Der Realwirtschaft gehe es nämlich recht gut. Zufrieden ist Fekter dennoch nicht: Von Dynamik könne auch bei 1,2 Prozent keine Rede sein. Ob Fekter recht behalten wird oder nicht: In jedem Fall ist Österreich heuer einmal mehr besser unterwegs als Deutschland oder Frankreich, die beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone. Sich mit dem Durchschnitt der Währungsunion zu vergleichen wäre feig, denn der wird von den Krisenländern nach unten gezogen.

Rezession

Griechenland steckt weiterhin in einer massiven Rezession, in Portugal, Spanien und Italien geht es ebenfalls heftig abwärts. Für 2013 sagt die EU-Kommission den Krisenstaaten zumindest eine leichte Erholung voraus. Nur im Sorgenkind Spanien wird auch dann noch die Wirtschaft schrumpfen. Die EU-Währungskommission bleibt dennoch zuversichtlich: "Die Kommission hat volles Vertrauen in die Entschlossenheit der spanischen Regierung, die Ziele des Stabilitätspaktes zu erreichen. Spanien muss die Einschnitte bei den Ausgaben der Regionen im Griff behalten." Trotz aller Zuversicht wird Spanien, wie auch Frankreich, die Ziele zum Abbau der Haushaltsdefizite heuer und nächstes Jahr verfehlen. Auch das Triple-A-Land Niederlande wird es aus Sicht der Kommission nicht schaffen, seinen Haushalt rasch in Ordnung zu bringen. 4,4 Prozent Defizit heuer und 4,6 Prozent im kommenden Jahr werden den Holländern jetzt vorausgesagt.

Gute Nachrichten gibt es in Sachen Defizit hingegen aus Italien. Heuer 2,0 Prozent und nächstes Jahr 1,1 Prozent (des Bruttoinlandsprodukt) Defizit – so lautet die Prognose. "Italien benötigt keine zusätzlichen neuen Maßnahmen. Das Land ist auf Kurs, seine Ziele zu erreichen. Die Konsolidierung liegt im Rahmen der EU-Haushaltsregeln", zeigt sich Rehn zufrieden.

Bei der Staatsverschuldung im Vergleich zu Wirtschaftsleistung ist Griechenland mit mehr als 160 Prozent nach wie vor unrühmlicher Spitzenreiter. Dahinter folgt Italien mit 123,5 Prozent. Österreich steht mit einem Wert von 74 Prozent zwar um vieles besser da, ist aber noch weit von der Maastricht-Grenze von 60 Prozent entfernt. "Im Jahr 2020 werden wir unter 60 Prozent sein", hat sich Finanzministerin Fekter vorgenommen.

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