Wirtschaft 26.02.2015

Heimische Unternehmen wieder erfinderischer

Kunststoff-Spezialist Borealis produziert das Ausgangsmaterial für alle Arten von Rohren. © Bild: /Borealis

2014 wurden von heimischen Firmen um 4,5 Prozent mehr europaweite Patente angemeldet.

Der Autobauer BMW verwendet für seinen Technologieträger i8 auch Materialien aus Österreich. Der Kunststoffhersteller Borealis liefert für das Hybridfahrzeug das Rohmaterial für die vorderen Stoßfänger und den Amaturenbrett-Träger. Auf der Liste heimischer Unternehmen, die im vergangenen Jahr beim europäischen Patentamt (EPT) ihre Innovationen angemeldet haben, steht Borealis mit 139 Patenten ganz oben. Jedes Jahr werden laut Vorstandsmitglied Alfred Stern rund 100 Patente angemeldet. Im Innovation Headquarter in Linz ist die Werkstoffforschung für Polymer-Anwendungen (Kunststoffe aus Makromolekülen) ein Schwerpunkt.

Siemens ist vor allem bei Schienenfahrzeugen sowie der gesamten Eisenbahntechnik und der elektrischen Schaltungstechnik gut dabei. 103 Patentanmeldungen beim EPT im Jahr 2014 ergaben Platz 2 bei den heimischen Unternehmen.

China holt auf Insgesamt haben österreichische Unternehmen beim EPT mit 2501 Patenten um 4,5 Prozent mehr Innovationen angemeldet als im Jahr zuvor. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner sieht darin „ein positives Signal für Innovationskraft“.

Österreich ist im Patentranking gut, aber es geht noch besser. Die höchste Steigerungrate bei den Anmeldungen schaffte China mit einem Zuwachs von 18,2 Prozent. Die Niederlande haben um knapp über neun Prozent zugelegt. Die USA kamen immerhin auf plus 6,8 Prozent. Bei den Gesamtzahlen ist Deutschland in Europa nach wie vor ganz vorne.

Eine gute Aussagekraft haben die Patentanmeldungen pro einer Million Einwohner. Sechs europäische Länder sind in dieser Aufstellung besser als Österreich. Die Schweiz führt. Der internationale Vergleich relativiert das Anmeldeplus in Österreich. Die großen Konzerne sind besser als ganze Volkswirtschaften.

Samsung führt

Samsung ist in der weltweiten Anmelde-Statistik die Nummer 1. Der südkoreanische Mischkonzern hat sich im vergangenen Jahr immerhin mehr Patente gesichert als alle österreichischen Firmen zusammen.

Die Kosten für ein Patent sind keine echte Hürde für die Unternehmen. Laut Auskunft des EPT belaufen sich die gesamten Ausgaben bis zum Erteilen eines Patents auf rund 5600 Euro. Dazu kommen dann noch Ausgaben für die Verlängerung des Patentschutzes in den vom Unternehmen ausgewählten Staaten.

In Österreich ist der Patentschutz in den ersten fünf Jahren nach der Anmeldung gratis. Im sechsten Jahren fallen 104 Euro an. Dieser Betrag steigt jährlich bis auf maximal 1775 Euro im zwanzigsten Jahr. Dann läuft der Patentschutz aus.

Zum Jahresbericht des Europäischen Patentamt

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Erstellt am 26.02.2015