Österreich unter Top 5 Standorten

BMW Werk Steyr
Foto: BMW Wettbewerb: Je mehr ausgebildete Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, desto besser steht der Standort da.

Energie, Infrastruktur, Arbeitskräfte und Stabilität entscheiden: Österreich ist unter den best gerüsteten Ländern.

Immerhin 300 Top-Manager von Großunternehmen aus 14 verschiedenen europäischen Staaten wurden befragt. Das Ergebnis ist relativ eindeutig: Der Konkurrenzdruck aus China wird enorm, den USA wird keine gute Form bescheinigt, dafür erhält Europa erstaunlich gute Noten.

71 Prozent der Top-Entscheider gehen trotz Staatsschuldenkrise nicht davon aus, dass Europa längerfristig an Wettbewerbsfähigkeit verliert, 24 Prozent glauben sogar an einen Bedeutungsgewinn. In dieses Gesamtbild passt auch Österreich.

Deutschland top

Grafiken zum Thema Wettbewerb Foto: Quelle: APA/Eurostat; Grafik: Breineder, Quelle: Kreutzer Fischer & Partner Grafiken "Lohnentwicklung in der EU" (links) und "Ranking der Wettbewerbsfähigkeit"

Hinter Spitzenreiter Deutschland, gefolgt von den beiden Nicht-Euro-Ländern Schweden und Schweiz sowie den Niederlanden, belegt Österreich den herzeigbaren 5. Platz. Beauftragt wurde die Studie von der Austrian Business Agency (ABA), dem staatlichen Ansiedlungsberater. Klare 68 Prozent (siehe Grafik) der Befragten votierten dabei für Deutschland als jenen Standort in Europa, der am besten die Anforderungen an einen Wirtschaftsstandort der Zukunft erfüllt.

Österreich liegt mit Note 1,9 (auf einer Skala von 1 bis 4) vor Bildungsvorzeigeland Finnland, aber auch Wirtschaftsmächten wie Großbritannien und Frankreich. Die derzeitigen EU-Sorgenkinder Griechenland, Ungarn und Spanien finden sich weit abgeschlagen am unteren Ende des Rankings.

Als die drei wichtigsten Standortfaktoren nennen die Spitzenmanager Energienetze (73 Prozent), gut ausgebildete Arbeitskräfte (71 Prozent) sowie das Potenzial an Facharbeitern (65 Prozent). Knapp dahinter rangieren Standortfaktoren wie Daten & Kommunikationsnetze, Bildungs- und Umweltstandards sowie Forschungs-Förderungen.

Erst im Mittelfeld werden politische Rahmenbedingungen wie die Stabilität eines Landes oder ausgeglichene Budgets genannt. Schon abgeschlagen ist die Bedeutung des sozialen Ausgleichs sowie der Lebensqualität als Standortfaktor. Die Manager orten hier kaum Handlungsbedarf.

Steuern

APA/HERBERT PFARRHOFERAPA6704800 - 31012012 - WIEN - ÖSTERREICH: Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner vor einer Sitzung des Ministerrates am Dienstag, 31. Jänner 2012, im Bundeskanzleramt in Wien. APA-FOTO: HERBERT PFARRHOFER Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER Mitterlehner: „Als Energiedrehscheibe im Herzen Europas ist Österreich schon jetzt gut aufgestellt.“

Interessanterweise die geringste Bedeutung haben laut Standort-Studie die Faktoren Lohnkosten (24 Prozent) und Unternehmenssteuern (23 Prozent). Hier wird in der politischen Debatte gerne und oft das Gegenteil behauptet.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, dem die ABA untersteht, freut sich, dass "Österreich als Standort gut positioniert ist und zu den wettbewerbsfähigsten Ländern Europas zählt". Er will die Rahmenbedingungen weiter verbessern. Es sei beispielsweise "wichtiger denn je, den Fachkräftenachwuchs zu sichern". Auch ABA-Chef René Siegl sagt: "Platz 5 ist kein Platz zum Ausruhen, denn dann wird man schnell nach unten durchgereicht."

Interessant ist auch ein anderes Detail: Deutsche Manager halten Österreich zu 82 Prozent als sehr gut bzw. gut gerüstet für den Wettbewerb. Unter österreichischen Managern sind es sogar 86 Prozent. Am wenigsten trauen Italiens Manager Österreich zu – nur 62 Prozent glauben, dass Österreich schon gut aufgestellt ist. Siegl: "Je besser man uns kennt, desto mehr schätzt man uns auch."

Mehr zum Thema

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?