Österreich - Land der Fleißigen

Kellner
Foto: KURIER/Gnedt Besonders im Gastgewerbe halten sich viele für zu krank, um bis zum Regelpensionsalter durchzuhalten.

Jeder vierte Arbeitnehmer in Österreich arbeitet über 40 Wochenstunden. Das ist mehr als der EU-Schnitt.

Eine Arbeitszeit von mehr als 40 Wochenstunden ist für jeden vierten Arbeitnehmer in Österreich Usus. 14 Prozent der Beschäftigten leisten zwischen 40 und 45 Wochenstunden, 10 Prozent mehr als 45 Stunden. Fast ein Drittel der Arbeitnehmer arbeitet mehr Stunden als vertraglich vereinbart. Nur 48 Prozent der Beschäftigten, die regelmäßig mehr Stunden leisten müssen, sind mit ihrer Arbeitszeit auch zufrieden. Diese Zahlen gehen aus dem Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer Oberösterreich hervor.

Vollzeitbeschäftigte arbeiten im Schnitt der Euroländer 39 Stunden pro Woche. In Österreich dauert eine Vollzeitwoche laut Arbeitsklima-Index 41,9 Stunden im Schnitt. "Allein im 3. Quartal 2011 wurden laut Eurostat 5,5 Millionen Überstunden in Österreich geleistet - und das zu knapp einem Viertel unbezahlt. Wir brauchen kürzere statt längere Arbeitszeiten. Das schafft Jobs und erhöht die Lebensqualität", sagt der oberösterreichische AK-Präsident Johann Kalliauer. So sitzt ein Lkw-Fahrer durchschnittlich 44 Stunden die Woche hinter dem Lenkrad, 41 Prozent von ihnen leiden laut Umfrage unter Zeitdruck.

Wenig fit

Auffallend ist, dass jeder zweite Arbeitnehmer nicht glaubt, bis zum gesetzlichen Pensionsalter arbeiten zu können. Im Gastgewerbe sind es gar 69 Prozent, die ihre Gesundheit im Regelpensionsalter schon angegriffen sehen. Je älter die Beschäftigten werden desto weniger glauben sie, im fortgeschrittenen Alter noch ausreichend fit zu sein.

(apa / aho) Erstellt am
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