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Wirtschaft
10/21/2014

OeNB: Konjunktur bleibt trüb

Exporte stagnieren, minimales Wachstum bis Jahresende. Nationalbank erwartet nur 0,8 Prozent Plus für 2014.

Anfang des Jahres standen die Zeichen noch auf Erholung. Doch der Aufschwung ist rasch versandet - und der Ausblick bleibt bis zum Jahresende trüb, ergab der Export- und Konjunkturindikator der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) im Oktober. Das bisherige Zugpferd, die Exportwirtschaft, lahmt: Die Güterexporte dürften im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr stagniert haben und im Vergleich zum zweiten Quartal 2014 sogar zurückgegangen sein, schreibt die OeNB. Zu diesen Ergebnissen kommen die Experten nach Auswertung von LKW-Straßennutzungsdaten der Asfinag. Damit kommt die Konjunktur in Österreich auch in der zweiten Jahreshälfte 2014 nicht in Schwung.

Politische Krisen belasten

Im Detail: Mit +0,1 Prozent im ersten und +0,2 Prozent im zweiten Quartal (jeweils zum Vorquartal) war das Wachstum schon zu Jahresbeginn sehr verhalten. Zur Jahresmitte hätten die Unsicherheiten und geopolitischen Spannungen die Zuversicht von Unternehmen und Konsumenten auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr sinken lassen. Für das dritte und vierte Quartal signalisiert der OeNB-Konjunkturindikator ein Wachstum von nur +0,1 Prozent bzw. +0,2 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorquartal. Für das Gesamtjahr 2014 ergibt sich daraus ein Wachstum von nur +0,8 Prozent.

Russland-Exporte minus 12 Prozent

Insbesondere der Ukraine-Russland-Konflikt belastet die Exportwirtschaft. Im bisherigen Jahresverlauf hätten die nominellen Güterexporte Österreichs kumuliert nur um 1,2 Prozent zugenommen. Die Güterexporte nach Russland sind in den ersten sieben Monaten des Jahres sogar um mehr als 250 Mio. Euro oder 12 Prozent geschrumpft. Der Ausblick für Österreichs Exportwirtschaft bleibt ebenfalls sehr verhalten. Exportaufträge und Luftfrachtvolumina ließen derzeit kein Anspringen der Exportkonjunktur bis zum Jahresende 2014 erwarten, so die OeNB-Experten.

Auch Konsum bleibt schwach

Schwach bleibt auch die Binnenkonjunktur. Aufgrund der hohen Unsicherheit schieben viele Unternehmen ihre Investitionsvorhaben auf, schreibt die OeNB. Lediglich von den Wohnbauinvestitionen, die von steigenden Immobilienpreisen und zusätzlichem Wohnbedarf stimuliert werden, gingen Wachstumsimpulse aus. Zwar steigt die reale Kaufkraft, weil die Inflationsraten sinken. Vom privaten Konsum würden trotzdem keine Impulse erwartet. Für das zweite Halbjahr zeichnet sich damit keine Konjunkturbelebung ab.

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