Wirtschaft
08.11.2016

Öl bleibt Treibstoff Nummer eins

Die Öl-Staaten rechnen damit, dass Öl und Gas auch 2040 noch den Energiebedarf der Welt dominieren.

Geht es nach den Einschätzungen der Mitgliedsstaaten der Organisation Erdöl exportierender Staaten ( OPEC), ist die Welt von Öl und Gas auch 2040 noch in Ordnung. Die fossilen Energieträger werden dann noch immer mehr als die Hälfte des Weltenergiebedarfs stellen, lautet die jüngste Energieverbrauchsprognose der OPEC. Drittwichtigster Energieträger bleibe die Kohle.

Der Anteil von Öl wird zwar etwas schrumpfen und jener von Gas wachsen (siehe Grafik) – für die OPEC insgesamt ist das aber ein durchaus angenehmes Szenario. Denn die Staaten verfügen sowohl über Erdöl als auch über Erdgas. Insgesamt soll der Ölverbrauch der Welt von derzeit rund 93 Millionen Fass Öl (je 159 Liter) am Tag bis 2040 auf 109,4 Millionen Fass steigen. Hauptgrund dafür ist nach Einschätzung der OPEC die Zunahme des Straßenverkehrs, der Luftfahrt und der Petrochemie-Industrie. Die Anzahl der Pkw soll sich demnach auf 2,1 Milliarden Fahrzeuge verdoppeln. Der mit Abstand größte Teil davon wird auch in mehr als zwei Jahrzehnten noch mit Benzin oder Diesel fahren. Nur 141 Millionen Autos werden elektrisch angetrieben.

Das aber könnte ein großer Irrtum sein. "Die lange Dominanz des Öls hängt mit seiner großen Bedeutung für den Verkehr zusammen", betont Peter Simon Vargha, Energieexperte beim ungarischen Ölkonzern MOL in einer Analyse. 60 Prozent des globalen Ölverbrauchs fließen in den Transport-Bereich. "Fällt einmal ein großer Teil davon weg, ist es auch mit der Vormachtstellung von Öl vorbei", ist Vargha überzeugt.

"Killer-Apps"

Natürlich gehe der Wandel im Verkehr nicht schnell vor sich. Das sei eine langsame Revolution, der Autobestand ändere sich nicht rasch und die Batterien müssten billiger werden. Doch Vargha sieht ein "Öl-Killer-Trio": Elektrischer Antrieb, Car-Sharing und selbstfahrende Autos. Setze sich das durch, sei es vorbei mit dem Öl.

Bis dahin bleibt die OPEC dabei: Die erneuerbaren Energien (Sonne, Wind und andere) werden zwar weiter zunehmen, doch ihr Anteil am Weltenergieverbrauch werde auch 2040 mit knapp weniger als fünf Prozent unbedeutend bleiben.