Ökostrom: Windkraft-Ausbau stockt

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Foto: /Prangl/G. Menzl Prangl Kran im Einsatz: Kein Windrad ist ihm zu hoch

Viele Prangl-Geräte nun im Ausland.

Wenn in Österreich ein Windrad aufgestellt wird, ist meist die Firma Prangl mit am Werk. Der Kranunternehmer hat sich unter anderem auf Windenergieanlagen spezialisiert: den Transport der 80 bis 100 Meter langen und mehr als 30 Tonnen schweren Rotorblätter, das Aufstellen der bis zu 170 Meter hohen Anlagentürme und die Lieferung des tonnenschweren Betonfundaments. Geräte für 60 bis 70 Millionen Euro hat Prangl für diese Geschäftssparte angeschafft.

In den vergangenen Jahren waren diese Kräne und Transportfahrzeuge auch im Dauereinsatz. Rund 80 Windkraftanlagen wurden in Österreich im Vorjahr aufgestellt. Dazu kommen noch Reparaturarbeiten und Service, das ebenfalls häufig mit Prangl-Maschinen durchgeführt wird. Doch jetzt blickt Firmenchef Christian Prangl etwas nachdenklich in die Zukunft. Weil die kleine Novelle zum Ökostromgesetz noch immer nicht beschlossen ist, fehlt der heimischen Windbranche die Förder-Sicherheit. Die Folge: Der Ausbau verläuft schaumgebremst.

"Im Moment sind fast alle unsere Geräte in Deutschland im Einsatz", sagt Prangl im Gespräch mit dem KURIER. Dort aber sei der Wettbewerbsdruck unter den Kran-Dienstleistern sehr hoch. " Damit ich keine Kapazitäten reduzieren muss, sollte in Österreich mehr gebaut werden", sagt Prangl. "Denn natürlich will ich lieber in Österreich arbeiten", betont er. Hier bestehe noch viel Ausbaupotenzial. Höchstens 60 Windräder dürften heuer noch in Österreich aufgestellt werden. Das ist weit weniger als die 100 Anlagen, die laut Potenzialanalyse bis 2030 jährlich aufgestellt werden sollten, damit die Klimaziele erreicht werden können.

Zu lange Warteschlange

An Betreibern, die Windräder errichten wollen, mangelt es nicht. 260 Anlagen warten auf Genehmigung. Doch der kleine Fördertopf von weniger als 20 Millionen Euro für Neuanlagen pro Jahr lässt nicht viel Ausbau zu. Und der aktuelle Vorschlag zur Ökostromnovelle hätte den Topf noch um eine Million Euro schmäler gemacht. Daher verweigerten die Grünen zuletzt die Zustimmung zu dieser Gesetzesänderung.

Jetzt wird weiter verhandelt. Finanziellen Spielraum für den Windausbau gäbe es nach Ansicht der Branche genug. Denn das gesamte Fördervolumen, das die Stromkunden zahlen, ist heuer um 174 Millionen Euro auf 788 Millionen Euro gesunken. Pro Haushalt heißt das: 100 Euro nach 120 Euro im Vorjahr fällt 2017 an Ökostromförderung an. Der Grund: Viele Windanlagen haben das Ende der Förderzeit erreicht.

(kurier) Erstellt am
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