Österreich im Kurzstudien-Bereich über OECD-Schnitt.

© dpa/Jan-Philipp Strobel

Bildung
11/24/2015

OECD ändert Statistik: Mehr "Akademiker" in Österreich

Durch neue Einordnung zählen mehr zur kurzen tertiären Ausbildung. Wie die Chancen am Arbeitsmarkt stehen.

Durch eine erstmals wirksame Änderung der Einstufung von Ausbildungen wird Österreich zumindest in der OECD-Statistik fast zum Land der Akademiker: Laut der am Dienstag präsentierten Studie "Bildung auf einen Blick" kommt Österreich deshalb auf eine "Akademikerquote" von 30 Prozent (OECD-Schnitt: 34 Prozent). Ohne die Änderung läge der Anteil der Personen mit Tertiärabschluss bei etwa 20 Prozent.

Geänderte Einteilung

Durch die sogenannte neue "ISCED 2011"-Einteilung werden vor allem die vierten und fünften Jahrgänge der berufsbildenden höheren Schulen (BHS) sowie Aufbaulehrgänge zu "kurzen tertiären Bildungsprogrammen" (die ebenfalls inkludierten Kollegs, Werkmeister- und Meisterschulen fielen schon bisher in den Tertiärbereich, Anm.). Als weitere tertiäre Kategorien wertet die OECD Bachelor-, Master (inklusive Diplom-) und Doktoratprogramme.

Durch die Umstellung hat Österreich in Sachen Tertiärabschlussquote überdurchschnittlich profitiert: So weisen 15 Prozent der 25- bis 64-Jährigen in Österreich als höchsten Abschluss einen solchen tertiären Kurz-Abschluss auf (OECD-Schnitt: acht Prozent), zwei Prozent verfügen über einen (hierzulande noch recht jungen) Bachelor-Abschluss (OECD: 15 Prozent), elf Prozent über einen Master- bzw. Diplomabschluss (OECD: ebenfalls elf Prozent) und ein Prozent über ein Doktorat (OECD: ebenfalls ein Prozent).

Für die künftige Entwicklung etwas aussagekräftiger sind die aktuellen Anfängerquoten: Insgesamt beginnen in Österreich derzeit 74 Prozent eines Altersjahrgangs ein Studium im Tertiärbereich (OECD: 67 Prozent).

Wie stehen die Jobchancen?

Bemerkenswert sind die Ergebnisse, wenn man sie mit den Arbeitsmarktchancen vergleicht: Erwachsene mit dem Abschluss einer tertiären Kurzausbildung haben sogar bessere Jobaussichten als jene mit Bachelor-Abschluss - sie kommen mit 84 Prozent auf eine um sieben Prozentpunkte höhere Beschäftigungsquote. Am höchsten sind mit 89 bzw. 88 Prozent allerdings die Jobquoten der 25- bis 64-jährigen Diplom- bzw. Master- und Doktoratstudenten.

Damit ist die Differenz bei den Beschäftigungsaussichten zwischen Bachelor- und Masterabsolventen mit zwölf Prozentpunkten am zweithöchsten in der gesamten OECD. Anders als in den meisten anderen OECD-Ländern bringt der Abschluss eines Doktoratstudiums dagegen keine weitere Verbesserung der Jobchancen.

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