Wirtschaft
15.12.2017

ÖBB bieten Niki-Mitarbeitern 200 Jobs an

Niki-Mitarbeiter sind bei anderen Verkehrsunternehmen sehr begehrt. Ryanair erwägt derweil einen Kauf von Teilen Nikis.

Die von der Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter der insolventen Fluglinie Niki können sich vor Job-Angeboten kaum retten. Alleine in Wien sind 1.500 offene Stellen im Angebot, international noch mehr.

Eurowings, die Billigschiene der Lufthansa-Gruppe, suche mit Stationierung in Wien etwa 100 Piloten und 400 Crew-Mitglieder, sagte Eurowings Geschäftsführer Michael Knitter am Freitag in einer Telefonkonferenz. Dort gelten die Bedingungen von Eurowings Europe, die zwar unter den deutschen Tarifen liegen, aber "aus unserer Kenntnis sind alle Bedingungen deutlich über Niki-Niveau", wie Knitter sagte. Die Niki-Mitarbeiter hätten damit die Chance, sich "ein Stück weit finanziell zu verbessern".

Am Dienstag und Mittwoch kommender Woche will Eurowings in Wien Niki-Mitarbeiter einladen, sodass "die am Ende des Tages direkt eine fertige Zusage haben". Damit hätten die Niki-Mitarbeiter schon vor Weihnachten wieder eine Stelle. Vorbewerbungen dafür laufen über die Homepage von Eurowings.

AUA sucht ebenfalls

Eurowings hat derzeit sechs Flugzeuge in Wien stationiert, drei sollen dazukommen. Abgesehen von der Crew für diese Maschinen müssten derzeit viele Piloten aus Düsseldorf nach Wien pendeln, auch für diese wird in Wien Ersatz gesucht. Inklusive Stellen in Palma und Deutschland habe Eurowings sogar 2.000 Jobs zu vergeben.

Auch die AUA sucht derzeit in Wien mehrere hundert Mitarbeiter - vor allem bis zu 200 fertig ausgebildete Piloten und rund 300 Flugbegleiter. Auch 50 bis 100 Techniker werden gesucht, in der Verwaltung sind rund 20 Stellen frei.

Zuletzt hat Air Lingus bekanntgegeben, Niki-Piloten ein Angebot machen zu wollen. Dazu gibt es schon morgen, Samstagnachmittag, in Wien Bewerbungsgespräche.

ÖBB wirbt um Mitarbeiter

Die ÖBB suchen immer "gut ausgebildete Kolleginnen/Kollegen", ab Montag stünden 200 Stellen auf der Homepage zur Verfügung, teilte das Unternehmen am Freitag der APA mit.

Gesucht würden "ZugbegleiterInnen, VerschieberInnen, BuslenkerInnen, FahrdienstleiterIn, TriebfahrzeugführerIn, WagenmeisterInnen. Wer flexibel ist und neues Terrain entdecken will, kann sich bei uns ab Montag, den 18. Dezember, bewerben", so die ÖBB.

Schon zuvor hatten nicht nur die Konkurrenten AUA und Eurowings darauf verwiesen, dass Flugbegleiter, Piloten und Techniker gesucht würden, auch die private ÖBB-Konkurrenz Westbahn hat bereits darauf verwiesen, dass Stellen offen seien.

Ryanair erwägt Niki-Teilkauf

Der irische Billigflieger Ryanair erwägt derweil den Kauf von Teilen Nikis. Das Unternehmen habe deswegen die Verwaltung der Niki Luftfahrt GmbH kontaktiert, teilte Ryanair am Freitag mit. Ryanair hatte zuletzt Interesse an den Start- und Landerechten von Niki am Berliner Flughafen Tegel signalisiert.