Oberbank-Chef Gasselsberger: "Gesetz grob fahrlässig."

© APA/HERBERT NEUBAUER

Schuldenschnitt
08/20/2014

Oberbank klagt gegen Haircut der Hypo Alpe-Adria

Bank-Chef Gasselsberger will den "grob fahrlässigen unverzeihlichen Schritt" nicht hinnehmen.

von Irmgard Kischko

Zehn Millionen Euro an nachrangigen Anleihen der Hypo Alpe-Adria-Bank hat die Oberbank vor Jahren gezeichnet. Dass die Republik per Gesetz nun einen Totalausfall dieser Anleihen beschlossen hat, will Oberbank-Chef Franz Gasselsberger nicht einfach hinnehmen.

„Wir werden klagen“, kündigte er am Mittwoch an. Die Juristen der Bank würden derzeit die Details ausarbeiten. Geklagt werde entweder das Land Kärnten, das eine Garantie für diese Anleihen abgegeben hat. Oder es werde eine Individualklage beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Gasselsberger wirft dem Finanzminister vor, „mit dem Gesetz einen grob fahrlässigen und unverzeihlichen Schritt gesetzt zu haben, der den internationalen Ruf Österreichs wegen eines kleinen Vorteils auf das Spiel setzt“.

Den Ausfall der zehn Millionen Euro an Hypo-Anleihen hat die Oberbank im ersten Halbjahr verbucht. „Wir haben alles abgeschrieben“, betont Gasselsberger. Die Risikovorsorgen sind dadurch zwar um elf Prozent auf 35,8 Millionen Euro gestiegen. Der Gewinn vor Steuern ist dennoch um ebenfalls elf Prozent auf 87,2 Millionen Euro geklettert. Sogar die Bankenabgabe von sieben Millionen Euro im ersten Halbjahr hat die Bank gut verkraftet. Auch nach Steuern konnte der Gewinn um fast elf Prozent auf 73,6 Millionen Euro gesteigert werden. Gasselsberger fordert dennoch ein Ende dieser Abgabe oder zumindest eine Übertragung auf den künftig vorgeschriebenen Banken-Abwicklungsfonds.

Gegen den Trend

Im Gegensatz zu vielen anderen heimischen Banken erfreut sich die Oberbank eines lebhaften Kreditgeschäfts (plus 3,6 Prozent im ersten Halbjahr). Die Expansion werde daher fortgesetzt. Acht bis zehn neue Filialen würden eröffnet – von Wien über Ungarn bis Tschechien und Deutschland. „Ich warte auf den Tag, an dem die anderen die Renaissance der Filiale erkennen“, sagt Gasselsberger.

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