Wirtschaft 09.03.2014

Nur wer Zählerstände selbst abliest, bekommt korrekte Rechnung

© Bild: APA MICHAEL PROBST

Geringer Verbrauch im flauen Winter: Verzicht auf Ablesen führt dazu, dass Verbrauch geschätzt wird.

Etwa 50.000 Haushalte haben sich bisher entschlossen, bei der Aktion vom Verein für Konsumenteninformation mitzumachen und den Strom- oder Gaslieferanten zu wechseln.

E-Control-Vorstand Martin Graf empfiehlt allen, die den Anbieter wechseln, "den Zählerstand selbst abzulesen und dem Netzbetreiber bekanntzugeben". Nur so könne sichergestellt werden, dass die Energierechnung auch korrekt ist.

Der Verzicht auf das Ablesen des Strom- oder Gaszählers führt dazu, dass der Verbrauch nach den bisherigen Verbrauchsmengen geschätzt wird. Es kann passieren, dass der Konsument bei einem Anbieterwechsel zu viel zahlt. Die Schätzungen müssen nur alle drei Jahre durch Zählerablesungen korrigiert werden.

Zwei Tarife

Was vor dem Stichtag für den Anbieterwechsel verbraucht wurde, muss beim alten Lieferanten mit höherem Tarif bezahlt werden. Was nach dem Stichtag verbraucht wurde, wird beim neuen Lieferanten mit niedrigerem Tarif abgerechnet. Es ist daher wichtig, dass die Verbrauchsmengen auf die Lieferanten richtig aufgeteilt werden.

Martin Graf von der E-Control
BILD zu OTS - "In den vergangenen Jahren ist der Atomstromanteil in Österreich kontinuierlich gesunken", sagt Martin Graf, Vorst… © Bild: E-Control/Anna Rauchenberger
Da in diesem "eher flauen Winter ", so Graf, weniger Gas verbraucht wird als in einem normalem Winter, ist "der reale Energie-Verbrauch niedriger als die Schätzung". Der alte Energielieferant mit den höheren Tarifen verrechnet mehr Gas, als er bis zum Anbieterwechsel tatsächlich geliefert hat. Die Überzahlung an den alten Energielieferanten wird vom neuen Energielieferanten nicht refundiert.

Mit der Umstellung auf Smart Meter (intelligente Energiezähler) werde dieses Problem gelöst, wirbt Graf für die neue Technologie. Denn Smart Meter messen mehrmals in der Stunde den realen Energieverbrauch.

Erstellt am 09.03.2014