© KURIER/Schraml Wilhelm

Zinssenkung
11/12/2013

Nowotny: Keine Nord-Süd-Teilung im EZB-Rat

Differenzen habe es nur über das Timing der letztwöchigen Zinssenkung gegeben, sagt der Gouverneur der Nationalbank.

"Es gibt keine Nord-Süd-Teilung im EZB-Rat", betonte Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny am Dienstag und reagierte damit auf einen Bericht der "Financial Times" (FT), wonach er einer der "Rebellen" gewesen sei, die gegen die jüngste Leitzins-Senkung der EZB gestimmt hätten. "Das ist irreführend", sagte Nowotny. Differenzen habe es nicht über die Zinssenkung an sich gegeben, sondern lediglich über das Timing, sagte der Notenbanker in einer Veranstaltung von Pioneer Investments in Wien.

"Das Drama, das da gezeichnet wurde, ist nicht realistisch", sagte Nowotny. Natürlich hätten die Experten auch unterschiedliche Ansichten, diese seien jedoch nicht substanziell, sondern es sei lediglich darum gegangen, ob der Zinsschritt schon jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen sollte. Jedes Mitglied im EZB-Rat treffe seine Entscheidungen aber immer im Interesse der Eurozone insgesamt.

Zinssenkung nicht überraschend

Die Zinssenkung selbst sei nicht wirklich überraschend gewesen, so Nowotny, denn die EZB habe das ganz klare Mandat, für Preisstabilität zu sorgen. Diese werde von der EZB so definiert, dass die Inflation nicht über 2 Prozent liegen dürfe, aber nahe bei 2 Prozent. Sie müsse daher nicht nur gegen Inflation, sondern auch gegen eine Deflation kämpfen, und die sei das eigentliche Problem. Immerhin sei die Inflation in der Eurozone im Oktober mit 0,7 Prozent sehr niedrig gewesen.

"Die Österreicher und die Deutschen sind Leute, die sich gerne vor etwas fürchten", sagte Nowotny. "Aber man muss sich vor der richtigen Sache fürchten, und das ist nicht das Inflationsrisiko, sondern die Stagnation ist die echte Gefahr."

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