Wirtschaft
25.01.2018

Notenbankchef spricht von Milliardenschaden durch Brexit

Laut "The Times" bezifferte Carney die Kosten des Brexit-Votums mit zehn Milliarden Pfund pro Jahr.

Der britische Notenbankchef Mark Carney hat einem Pressebericht zufolge die Kosten des Brexit-Votums für die Wirtschaft auf rund 10 Mrd. Pfund (11,5 Mrd. Euro) pro Jahr beziffert. Die "Times" berichtete am Donnerstag, der Währungshüter habe sich am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos entsprechend geäußert. Ein Sprecher der Bank of England (BoE) wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Dieser basiert auf Äußerungen von Teilnehmern, die in Davos an einem Treffen mit Carney hinter verschlossenen Türen teilnahmen.

Brexit-Befürworter haben den Kanadier an der Spitze der britischen Notenbank mehrfach vorgeworfen, er versteife sich zu sehr auf negative konjunkturelle Auswirkungen des EU-Austritts. Die Wirtschaft auf der Insel ist nach dem Anti-EU-Votum vom Sommer 2016 zwar besser als erwartet gelaufen. Dennoch hinkte das Wachstum in den ersten drei Quartalen des vorigen Jahres der Entwicklung in anderen großen Industriestaaten hinterher.