Wirtschaft 05.12.2011

NÖ: Gasförderung könnte 2013 anlaufen

Gelingt es der OMV, das im Raum Poysdorf entdeckte Schiefergas umweltfreundlich zu fördern, dann wird es ein Jahrhundertgeschäft.

Es ist eine Revolution. Es wird was kosten. Aber was man selber hat, braucht man nicht kaufen." Gerhard Thonhauser, 42, Professor an der Montanuni in Leoben, gilt als der Fachmann für Schiefergas (Shale Gas, Anm.).

Wie berichtet, befinden sich im nördlichen Niederösterreich im Raum der Weinstadt Poysdorf in großer Tiefe gigantischer Mengen von Shale Gas, das in Gesteinsformationen "zäh verhaftet ist", wie Thonhauser im Gespräch mit dem KURIER erklärt. Es gelte nun, das Gas in Bewegung zu versetzen, damit es nach oben gefördert werden könne. Diesen Vorgang nennt man Fracking, eine Methode die bisher wegen des Einsatzes bedenklicher Chemikalien höchst umstritten war.

Clean Fraking

"Wir wollen bei der Förderung des Shale Gases einen neuen, einen europäisch/österreichischen Weg gehen. Wir werden eine Methode entwickeln, die jede Gefahr für Mensch und Umwelt ausschließt."

Dazu muss man wissen, wie Schiefergas gefördert wird. Über ein Bohrloch wird Wasser, das mit speziellen Zusätzen versehen wurde, in das gasführende Gestein gepresst und danach mit dem Gas, das sich durch diese Prozedur aus dem Gestein löst, nach oben befördert. Danach wird das Wasser vom Gas getrennt, wieder aufbereitet und erneut nach unten geschickt. Thonhauser: "Praktisch ein geschlossener Kreislauf." Weder Grundwasser werde dadurch beeinträchtigt, noch werden für die Gasgewinnung Trinkwasserreserven angezapft. Denn aus den zahlreichen Sonden der OMV, kommt neben Erdöl und Gas auch jede Menge Wasser, das man gleich für das Fracking verwenden könne. "Ich gehe davon aus, dass wir bis 2013 eine Clean Fracking Methode entwickeln können, für jedermann verständlich und für alle Beteiligten ungefährlich", sagt der Tiefbohrexperte der Montanuni.

Kritik

Greenpeace reagiert auf die Bestrebungen der OMV mit heftiger Kritik. Die Förderung von Shale Gas sei mit einer enormen Umwelt- und Gesundheitsgefahr verbunden. Ähnlich äußerte sich Global 2000.

Die OMV sucht jetzt intensiv die Zusammenarbeit mit jenen Kapazitäten, die auf dem Gebiet der Trinkwasseraufbereitung weltweit bereits große Fortschritte gemacht haben. Immerhin könnte mit einer umweltfreundlichen Variante der Schiefergasförderung Österreichs Inlandsbedarf auf viele Jahre zur Gänze gedeckt werden.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011