epa02388004 Winner of the 2010 Nobel Prize for Economics Christopher Pissarides speaks during a press conference at the London School of Economics (LSE) in London, Britain, 11 October 2010. US researchers Peter A Diamond and Dale T Mortensen, and British-Cypriot citizen Christopher A Pissarides shares the award with US researchers Peter A Diamond and Dale T Mortensen. The trio were awarded the prize for their 'analysis of markets with search frictions,' in relation to the labour market. EPA/ANDY RAIN
epa02388004 Winner of the 2010 Nobel Prize for Economics Christopher Pissarides speaks during a press conference at the London School of Economics (LSE) in London, Britain, 11 October 2010. US researchers Peter A Diamond and Dale T Mortensen, and British-Cypriot citizen Christopher A Pissarides shares the award with US researchers Peter A Diamond and Dale T Mortensen. The trio were awarded the prize for their 'analysis of markets with search frictions,' in relation to the labour market. EPA/ANDY RAIN

© APA/ANDY RAIN

Arbeitslosigkeit

Nobelpreisträger warnt vor Euro-Austritt eines Landes

Die Sparpolitik als Ursache der hohen Arbeitslosigkeit wird noch länger bleiben, so Christopher Pissarides.

05/26/2013, 08:17 AM

Überhastet durchgezogene Sparprogramme haben in der Eurozone zu extrem hohen Arbeitslosenraten geführt, kritisiert der Nobelpreisträger Christopher Pissarides im APA-Gespräch. Europa müsse sich darauf einstellen, dass dieses Problem noch anhält, merklich schlechter sollte es aber nicht mehr werden.

Der Abbau der Arbeitslosigkeit wäre über eine Abwertung der Währung einfacher, was naturgemäß mit dem Euro nicht gehe. Dennoch warnt der Zypriote Pissarides die Euro-Staaten vor einem Austritt: Ein Land, das alleine aus dem Euro aussteigt, würde seine Kreditwürdigkeit abrupt verlieren und wäre innerhalb kürzester Zeit samt seinen Banken bankrott. Künftigen Beitrittskandidaten empfiehlt er, der EU, aber nicht der Eurozone beizutreten.

Für Griechenland wäre es besser gewesen, wenn Europa dem Land mehr Schulden erlassen hätte, statt den Banken Geld zu geben. So kam es zu Sparprogrammen, die zu Arbeitslosigkeit führten.

Über sein Heimatland Zypern

Auch in Zypern sei es falsch gewesen, den Sparern willkürlich Geld wegzunehmen. Nun müsse sich Zypern neu orientieren und auch andere Dienstleistungen, nicht nur für Banken, anbieten. Der Inselstaat brauche aber Zeit: "Wenn in drei Jahren ein neues Geschäftsmodell bereits funktioniert, wäre das schon sehr gut", sagt der Zypriote und Berater der Regierung seines Landes, Pissarides.

Indes kommt Griechenland im Ringen um eine Privatisierung des staatlichen Gaskonzerns Depa einem Insider zufolge dem russischen Branchenriesen Gazprom entgegen. Die Athener Privatisierungsbehörde verlange deutlich niedrigere Garantiezahlungen des Käufers, sagte ein direkt mit den Verhandlungen befasster Vertreter Griechenlands am Samstag zu Reuters.

Der Betrag, der bis zur Genehmigung eines Deals durch die Aufsichtsbehörden fällig wird, sei auf zehn Prozent des Kaufpreises halbiert worden. Zudem stelle die Behörde Entschädigungen für Einnahmeausfälle in Aussicht, die Depa durch säumige Kunden entstehen könnten.

Allein auf weiter Flur

Gazprom ist der einzige Energiekonzern von internationaler Bedeutung, der zuletzt noch Interesse an Depa hatte, und pocht deswegen massiv auf Zugeständnisse. Das schuldengeplagte Griechenland muss sich von seinem Tafelsilber trennen, um die Auflagen der Geldgeber - EU und IWF - zu erfüllen.

Gazprom hatte im vergangenen Jahr ein vorläufiges Gebot von 900 Mio. Euro für den griechischen Gasversorger vorgelegt, der 2012 einen Nettogewinn von 106 Millionen Euro erzielte. Einziger Rivale im Rennen um das Staatsunternehmen ist ein Konsortium der griechischen Energiefirmen Motor Oil und Mytilineos. Die Frist bis zur Abgabe endgültiger Gebote wurde dem Verhandlungsteilnehmer zufolge bis zum 29. Mai verlängert.

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