Wirtschaft
29.12.2017

NIKI-Übernahme: Geschäftsführung ist optimistisch

Laut Experten könnte ein Gutteil der Jobs erhalten werden.

Dieser Tage wird es richtig ernst mit der Zukunft der Pleitefluglinie Niki. Ihr Verkauf ist noch nicht ganz fix, aber die Geschäftsführung zeigte sich Donnerstagabend zuversichtlich. Diese Zuversicht sei gerechtfertigt, sagte Luftfahrtexperte Kurt Hofmann Freitagfrüh im Ö1-Morgenjournal. "Mit der IAG würde ein strategischer Investor zur Verfügung stehen", so Hofmann.

Was die IAG-Billigtochter Vueling mit Niki vorhat, wisse man noch nicht, so der Fachmann. Aber Hofmann glaubt, dass die Chancen für die Niki-Mitarbeiter gut sind. Schließlich seien sie schon einiges gewohnt, also könnten sie mit der durch einen Eigentümerwechsel zur "kosteneffizienten" Vueling geforderten Flexibilität wohl umgehen. Hofmann geht davon aus, dass ein Gutteil der Niki-Jobs erhalten bleiben werde. Wo diese Jobs liegen werden, sei wegen der paneuropäischen Ausrichtung von Vueling aber offen.

Vielleicht wolle die IAG ihr Europa-Netzwerk auf Wien ausweiten, kann sich Hofmann vorstellen. Ob ein solcher Schritt für mehr Wettbewerb und sinkende Preise sorgen könne, hänge gegebenenfalls davon ab, welche Strecken Vueling ab Wien bedienen würde. Zuletzt seien die Preise bei Verbindungen nach Deutschland wegen des Aus der Niki und der Übermacht des Lufthansa-Konzerns "massiv gestiegen".

Gestern war Airline-Gründer Niki Lauda aus dem Bieterrennen um Niki ausgeschieden. Er hat dem Vernehmen nach schlicht zu wenig geboten. Beim Verkauf drängt die Zeit. Die Fluglizenz (AOC) von Niki wurde bisher nur bis 3. Jänner 2018 verlängert. Ob der neue Verkehrsminister Norbert Hofer ( FPÖ) Vueling/IAG mit einer Ausnahmegenehmigung unter die Flügel greift, ist offen.

Vueling-Vertreter angeblich schon in Wien

Niki soll unter dem Dach von Vueling integriert werden, heißt es von informierten Quellen. Die Angestellten der insolventen österreichischen Fluggesellschaft sollen sich neu bewerben, schreibt die Berliner Morgenpost, die Spanier wollen den Niki-Beschäftigten neue Verträge anbieten. Nach Informationen dieser Zeitung sollen Vueling-Vertreter bereits nach Wien gereist sein.

Der neue Niki-Eigentümer soll bereits ab Jänner Gehälter zahlen und den laufenden Betrieb finanzieren. Luftfahrtexperten sehen Niki bei Vueling gut aufgehoben. "Die Spanier verstehen ihr Geschäft", sagte der Hamburger Flugmarkt-Experte Cord Schellenberg in der Berliner Morgenpost.

Hohe Marktanteile hat der spanische Billigflieger vor allem in seiner Heimat Spanien. Das galt indes auch bei Niki. Als bei Niki heuer die Welt fast noch in Ordnung war, war auch der österreichische Air-Berlin-Ableger ganz massiv im Spanien-Geschäft. Seit Niki im heurigen Frühjahr für Air Berlin den gesamten Mallorca-Verkehr aus dem deutschsprachigen Raum übernommen hatte, galt die Airline als der neue "Mallorca-Shuttle". Aus Österreich, Deutschland und der Schweiz standen für den heurigen Winterflugplan 145 Niki-Flüge pro Woche auf dem Flugplan.