Wirtschaft
24.10.2017

NIKI: Kartellwächter wollen laufende Preiskontrolle

Wettbewerbsbehörde kündigt Auflagen für die Übernahme von NIKI an.

Die Übernahme der Billig-Airline NIKI durch die Lufthansa-Tochter Eurowings ist zwar bereits unterschrieben, doch die endgültige Finalisierung hängt vom Ausgang des EU-Kartellverfahrens ab. Die heimische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) wird bei der Kommission in Brüssel ihre Stellungnahme dazu abgeben. Dass diese kritisch ausfallen wird, hat BWB-Chef Theo Thanner bereits angekündigt.

Anfang November wird die Übernahme von NIKI offiziell bei den Wettbewerbshütern angemeldet. Eurowings-Chef und Lufthansa-Vorstand Thorsten Dirks rechnet damit, dass das Prozedere – es handelt sich um ein Verhandlungs-Verfahren mit Auflagen – bis Ende 2017 abgeschlossen ist. Dabei wird hart gepokert.

Sollten die Kartellwächter den Deal nicht genehmigen oder das Verfahren mit Jahresende noch nicht abgeschlossen haben, sind die Konsequenzen für NIKI gravierend. Dann würde die Lufthansa NIKI pleite gehen lassen, stellt Dirks klar – schränkt allerdings ein, dass "es nicht unser Interesse ist, jemanden pleite gehen zu lassen". Im Gegensatz zu anderen Interessenten habe die Lufthansa bereits viel Geld investiert. Insgesamt beläuft sich das Investment in die Übernahme von NIKI und weiteren Teilen von Air Berlin auf 1,5 Milliarden Euro.

Preis-Monitoring

Während Dirks am Dienstag vor Journalisten in Wien die Pläne von Eurowings skizzierte, wollen Insider wissen, dass zur selben Zeit AUA-Chef Kay Kratky und Vertreter der Lufthansa bei der BWB vorgesprochen hatten. Wie zu hören ist, will auch die BWB nicht, dass die Übernahme von NIKI platzt und die Airline in den Konkurs fliegt.

Aber ohne Auflagen wird’s nicht abgehen. Österreichs oberster Wettbewerbshüter Thanner erklärt gegenüber dem KURIER zum Deal der Lufthansa: "Auflagen sind jedenfalls notwendig. Im Sinne des Standortes und der Konsumenten."

Eine der Auflagen könnte die Implementierung eines Preismonitorings sein. Um eine Verteuerung für die Kunden durch die künftige Marktmacht des Lufthansa-Konzerns zu verhindern, soll eine laufende, transparente Überwachung der Ticketpreise installiert werden. Das Monitoring würde von einem Treuhänder durchgeführt – einem unabhängigen Institut oder Unternehmen. Damit könnte verhindert werden, dass die Preise nach der Übernahme steigen.

Die Lufthansa-Gruppe würde mit dem Deal am Flughafen Wien bei den Slots (Start- und Landefenster) in den Morgenspitzen, den begehrtesten Flugzeiten, einen Marktanteil von 86 Prozent erreichen. Diese Daten berechnete der Flughafen.