Weltweit wird heuer eine sehr gute Getreideernte erwartet.

© APA/dpa/Martin Gerten

Landwirtschaft
08/03/2016

Niedrige Preise: Bauern setzen auf lukrativere Getreidekulturen

Getreideernte 2016 mit hohen Erträgen. Aber Einkommenssituation für Getreidebauern weiter angespannt.

Die Getreidebauern profitierten heuer großteils von einem optimalen Witterungsverlauf. Mäßige Niederschläge im Herbst, ein milder Winter und im Mai sowie Juni ausreichende Niederschläge und mäßige Temperaturen hätten eine Ertragsbildung ermöglicht, so der Vorstandsvorsitzender der Agrarmarkt Austria, Günter Griesmayr.

Die Getreideernte 2016 in Österreich - ohne Mais - soll im Vergleich zum trockenen Vorjahr um 16,3 Prozent auf 3,7 Mio. Tonnen steigen und damit über dem 5-Jahres-Durchschnitt von 3,1 Mio. Tonnen liegen. Inklusive Maisernte wird die Getreidemenge sogar um 17,3 Prozent auf 5,7 Mio. Tonnen zulegen, erwartet die AMA. Wermutstrupfen für die Bauern sind aber die niedrigen Preise.

Niedrige Preise

Ein gutes Geschäft wird die Getreideernte für die österreichischen Bauern heuer voraussichtlich nicht: Aktuell sind die Preise wieder relativ niedrig, an der Pariser Warenterminbörse Euronext kostet eine Tonne Weizen 169,25 Euro und an der Wiener Getreidebörse wird für eine Tonne Qualitätsweizen 162,5 Euro verlangt. In den vergangenen Jahren hat der Weizenpreis eine Berg-und Talfahrt erlebt und pendelte zwischen 140 und 280 Euro.

Eine schlechte Ernte in einem großen Anbaugebiet kann den Weltmarktpreis für Getreide aber schnell wieder in die Höhe schießen lassen. Weltweit wird heuer eine sehr gute Getreideernte erwartet und die Lager sind auch gut gefüllt. Deswegen erwarten die Experten weiterhin niedrige Getreidepreise.

Andere Getreidekulturen in Österreich

Durch die niedrigeren Preise als im Vorjahr würden die Bauern nicht von den höheren Ernteerträgen profitieren, sagte AMA-Aufsichtsratschef Franz Stefan Hautzinger am Mittwoch bei der Präsentation der Ernte-Prognose in Wien. Die Einkommenssituation für die Getreidebauern sei daher genauso angespannt wie im Vorjahr. Der durchschnittliche Deckungsbeitrag liege wie im Vorjahr bei rund 120 Euro pro Hektar. Bei den Getreidepreis-Hochständen in den Jahren 2008 und 2011 lag der Deckungsbeitrag zwischen 300 und 500 Euro.

Auf das niedrige Preisniveau hätten die Bauern mit dem Anbau von lukrativeren Getreidekulturen reagiert, etwa Hartweizen (Anbaufläche 2016 +22 Prozent) und Dinkel (24 Prozent) und die Körnermaisfläche (-5 Prozent), aufgrund des Maiswurzelbohrers reduziert. Auch sei die Getreide-Biofläche um 10 Prozent auf 129.600 Hektar gestiegen.

Über SV-Rabatt wird noch diskutiert

Angesichts der angespannten Einkommenssituation plädiert der Bauernvertreter dafür, den von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) geplanten Sozialversicherungsrabatt im Herbst zu beschließen. Nur eine Stundung der SV-Beiträge sei sicherlich zu wenig, dann könne man sich die Aktion auch sparen. Die SPÖ und Arbeiterkammer haben sich bisher kritisch zum SV-Rabatt geäußert.

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