© dpa David Ebener

Wirtschaft
09/21/2012

NGOs: Weniger Agrosprit in Österreich

Eine Berechnung zeigt: 60 Prozent des heimischen Biosprits stammen aus dem Ausland.

Anfang der Woche verschob Umwelt- und Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich die Einführung von Biosprit E10 auf unbestimmte Zeit nach hinten. Das Netzwerk Agrotreibstoffe bezeichnet das als „Etappensieg“. Die Forderungen der NGO gehen aber darüber hinaus.

Sigrun Zwanzger vom Welthaus Graz, einem Kooperationspartner des Netzwerkes: „Wir fordern, dass die Beimischungsquoten in Österreich auf EU-Niveau gesenkt werden.“ Derzeit werden heimischen Treibstoffen rund sieben Prozent Agrosprit beigemengt. Das neue EU-Ziel sieht aber nur noch fünf Prozent Beimischung bis 2020 vor.

Mehr Sachlichkeit

Zwanzger wünscht sich auch mehr Sachlichkeit in der Diskussion. Die Zahlen würden auf dem Tisch liegen. Heimischer Biosprit (Biodiesel und Bioethanol zusammengerechnet) werde nicht, wie von Berlakovich behauptet, vorwiegend aus österreichischen Rohstoffen hergestellt.

Den Berechnungen von Welthaus zufolge stammen 60 Prozent der dafür verwendeten Rohstoffe aus dem (EU-)Ausland. Wer wirklich etwas tun will, um die Emissionen aus dem Verkehr zu verringern, sagt Jurrien Westerhof von Greenpeace, sollte nicht auf Biosprit setzen, sondern sich auf spritsparendere Pkw fokussieren – so wie unlängst der französische Premier Jean-Marc Ayrault, der das 2-Liter-Auto propagiert. „Ich würde von unserm Umweltminister erwarten, dass er sich für so etwas einsetzt. Tut er aber nicht."

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