Münzen als Geldanlage: Investieren in Gold und Niob

Größte Goldmünze Europas in Hamburg
Foto: dpa/Christian Charisius Fragen & Antworten: Experten geben Auskunft über Münzen als Geldanlage.

Nicht alles, was glänzt, ist wertvoll, aber manche schmutzige Münze macht reich.

Viele Münzen sind einfaches Zahlungsmittel, manche sind Sammlerobjekt mit ungeahntem Wert. Was man über Münzen als Wertanlage wissen muss, haben Experten (des Schoeller Münzhandels und des Wiener Münzsalons) dem KURIER erklärt.

Was macht eine Münze zum wertvollen Sammlerobjekt?

Kriterien wie Alter, Erhaltung, Herkunft, Motiv, Metall und besonders Seltenheit entscheiden, ob eine Münze wertvoll ist oder nicht. Dabei gilt zu beachten: Eine alte Münze ist nicht automatisch wertvoll.

Sind die 5- und 10-Euro-Kupfermünzen Sammlerstücke oder normales Zahlungsmittel? Wer kauft sie?

Die Österreichmünzen sind keine reinen Sammlerstücke, weil die Produktionszahl hoch ist. Sie können als Zahlungsmittel verwendet werden, allerdings nur in Österreich. Jedes Euro-Land kann so eine Sonderwährung auf den Markt bringen, gültig jeweils nur im eigenen Land. In Österreich sind die Münzen beliebte Geschenke, weil sie hübsch aussehen. Besonders die 5-Euro-Neujahrsmünze verkauft sich gut, weil viele sie gerne als Glücksbringer zu Silvester verschenken.

Wieso kostet die Niob-Münze mehr als 51 Euro, obwohl ihr Nennwert bei 25 Euro liegt?

Neue Sammlerstücke, wie die Niob-Münze (zweifärbig, Anm.), sind Kunstwerke mit einem repräsentativen Nominalwert. Darum sind sie auch nicht dazu gedacht, ausgegeben zu werden, weil die Münze weit mehr wert ist als draufsteht. Die erste Niob-Münzserie stammt aus dem Jahr 2003. Sie kostete damals im Einkauf 48 Euro und ist heute 400 bis 500 Euro wert. 2014 wurde erstmals eine zweifärbige Niob-Münze aufgelegt – sie ist schon fast vergriffen.

Welchen Wert haben alte Schilling-Gold- und -Silbermünzen?

Jede dieser Münzen richtet sich zunächst nach dem jeweiligen Gold- oder Silberkurs. Eine Wertsteigerung entsteht nur bei besonderer Beliebtheit oder Seltenheit der Münze. Beispielsweise ist die 1000-Schilling-Goldmünze heute 370 Euro wert.

Wonach richtet sich der allgemeine Wert von Gold- und Silbermünzen? Hat der Philharmoniker einen anderen Wert als ausländische Goldmünzen wie z. B. der kanadische Maple Leaf oder der südafrikanische Kruger-Rand?

Auch diese Münzen richten sich nach dem Gold- oder Silberkurs. Der Philharmoniker ist eine Bullionmünze, somit Anlageobjekt und richtet sich nach dem jeweiligen Goldkurs. Er unterscheidet sich von den ausländischen Goldmünzen nur durch Herkunft und Name. Der Philharmoniker ist keine Sammlermünze, weil die Produktionsauflage zu hoch ist. Ausnahmen sind besonders rare, durch die Prägung oder das Produktionsalter wertvolle Goldmünzen.

Wo erhält man zuverlässige Auskunft über den Münzwert?

Unter www.voem.org, aber auch bei Schoeller Münzhandel oder dem Dorotheum kann man sich seriös beraten lassen. Empfehlenswert ist, sich bei größeren Sammlungen mehrere Schätzungen einzuholen, um den besten Preis zu bekommen.

Worauf muss ein Neo-Sammler bei der Aufbewahrung und Pflege der Münzen achten?

Am besten ist es, wertvolle Münzen in einem Album oder in Plastikhüllen aufzubewahren. Bei Handelsmünzen sind kleine Kratzer nicht tragisch, bei Sammlermünzen schon. Deshalb ist es wichtig, Münzen nicht zu aggressiv zu putzen, da eine Beschädigung der Oberfläche zu Wertverlust führt. Silbermünzen sollte man nur mit lauwarmem Wasser und Flüssigseife waschen und nicht bürsten, da das schon die Münze zerkratzt. Als Münzhändler kauft man lieber eine schmutzige Münze als eine glänzende, aber beschädigte Münze.

Wird es je alternative Rohstoffe für Münzen geben? Zum Beispiel aus Plastik?

Plastikmünzen gibt es bereits. Auch Mischmünzen, die zu zwei Teilen aus Metall und zu einem Teil aus Nichtmetall bestehen, sind möglich, jedoch fehlt die Nachfrage dafür. Es ist möglich, dass man irgendwann mit metalllosen Münzen bezahlen wird, allerdings nicht in den nächsten Jahrzehnten.

Werden wir in zehn Jahren weiterhin mit Bargeld bezahlen?

Entgegen gängiger Annahmen steigt die Menge des sich im Umlauf befindenden Bargeldes. Nur werden heute eher kleine als große Beträge bar bezahlt. Ältere Menschen zahlen lieber mit Bargeld, da man so einen besseren Überblick hat. Junge Menschen zahlen hingegen eher mit Bankkarte.

(kurier / Fedora Chudoba) Erstellt am
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