Der 1. Bezirk bleibt in Wien preislich einsamer Spitzenreiter.

© APA/GEORG HOCHMUTH

Wien
09/17/2013

Eigentumswohnungen für Mittelschicht nicht mehr leistbar

Fast die Hälfte aller Wohnungen in Wien kostet mittlerweile über 300.000 Euro.

Was Wohnungssuchende aus leidvoller Erfahrung längst wissen, wurde nun durch Daten einer Immobilien-Plattform untermauert. Eine eigene Wohnung in guter Lage ist in Wien für die breite Masse kaum noch erschwinglich. Knapp die Hälfte (45,5 Prozent) aller auf dem freien Immobilienmarkt angebotenen Wohnungen kostete heuer im ersten Halbjahr mehr als 300.000 Euro, fast ein Viertel (23,3 Prozent) über 500.000 Euro.

"Die Bezirke innerhalb des Gürtels sind für die Mittelschicht nicht mehr leistbar", konstatiert Immobilien.net-Geschäftsführer Alexander Ertler bei der Bekanntgabe der aktuellen Daten. Mit dem hierzulande üblichen Jahresbruttoeinkommen von durchschnittlich 30.000 Euro, "würde man etwa 30 Jahre brauchen, um sich eine Wohnung kaufen zu können - und dabei sind die Kreditzinsen noch nicht einmal berücksichtigt", so Ertler.

Nur Kitzbühel kann mithalten

Ähnlich teuer wie Wien ist nur der Bezirk Kitzbühel - dort kosten knapp 82 Prozent aller Wohnungen mehr als 300.000 Euro. Sogar Salzburg liegt da mit einem Anteil von 44 Prozent weit dahinter.

Bezirke im Vergleich

In Wien ist nur noch ein Drittel der Bezirke "relativ günstig". Am ehesten noch leistbar sind Wohnungen in den Bezirken Simmering und Favoriten. Dort waren im ersten Halbjahr noch fast alle der zum Kauf angebotenen Wohnungen (94 bzw. 88 Prozent) um weniger als 300.000 Euro zu haben.

Auch gut drei Viertel des Angebots in Brigittenau und Floridsdorf (jeweils etwa 77 Prozent) bewegten sich in dieser noch leistbaren Preiskategorie. In Meidling, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Liesing kosteten über zwei Drittel der Wohnungen weniger als 300.000 Euro.

Im 1. Bezirk (Innere Stadt) lagen fast alle Wohnungen (96,4 Prozent) über dem Schwellenwert von 300.000 Euro - in Neubau erreichte der Anteil der hochpreisigen Wohnungen 77 Prozent, in Wieden 71 Prozent, in der Josefstadt 70 Prozent, in Alsergrund 69 Prozent und in Mariahilf 60 Prozent.

Ähnlich ist die Lage in den klassischen Wiener Nobelbezirken außerhalb des Gürtels, also in Döbling (mit einem Anteil an teuren Wohnungen von 69 Prozent), Hietzing (65 Prozent) und Währing (61 Prozent).

"Der Hype ist vorbei", Peter Erlebach von wohnnet.at

Allerdings dürfte die heimische Nachfrage nach Eigentumswohnungen ihren Höhepunkt 2012 erreicht haben. Bis August 2013 seien die Suchabfragen via Google Trends und auf wohnnet.at jedenfalls "signifikant gesunken". "Der Hype ist vorbei", ist wohnnet.at-Geschäftsführer Peter Erlebach überzeugt. "Die rasanten Preisentwicklungen werden nachlassen", so Erlebach. In Zukunft sei nur noch ein moderater Anstieg von 2 bis 5 Prozent im Jahr zu erwarten.

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