Wirtschaft 21.01.2013

Der alte und der neue Mister Euro

Jeroen Dijsselbloem und Jean-Claude Juncker. © Bild: AP/Virginia Mayo

Der längstdienende Regierungschef Europas gibt die Leitung der Eurogruppe nach acht Jahren ab.

Der scheidende Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker sieht seinen Abschied vom Vorsitz des Gremiums mit "ein bisschen Wehmut" und "vor allem Erleichterung". Er freue sich über das Ende seiner Amtszeit, sagte Juncker am Montag in Brüssel vor dem letzten Treffen der Eurogruppe unter seinem Vorsitz. "Das ist ein bisschen Wehmut dabei, aber vor allem Erleichterung."

Juncker hatte das Amt acht Jahre lang inne. Der Luxemburger wollte den Posten bereits im vergangenen Jahr abgeben, verlängerte seine Amtszeit aber noch einmal, da sich die Euro-Länder nicht auf einen Nachfolger einigen konnten. "Ich habe sechs Monate gerufen: Wer holt mich hier raus?", sagte der für seinen Humor bekannte Juncker und fügte hinzu: "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei."

Die Eurogruppe will am Montagabend Junckers Nachfolger wählen, einziger Kandidat ist der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem. Dass der 46-Jährige tatsächlich zum neuen Chef der Eurozone gekürt wird, gilt mittlerweile als sehr wahrscheinlich. Frankreich hat seine Vorbehalte gegen den 46-jährigen Sozialdemokraten offenbar aufgegeben: Finanzminister Pierre Moscovici sagte dem französischen Fernsehsender TV5 am Sonntag, er gehe von einer Ernennung seines niederländischen Kollegen beim Treffen der Finanzminister der 17 Euro-Länder am Montag in Brüssel aus. Er hoffe, dass Dijsselbloem das Thema Europa mit demselben Einsatz wie der scheidende Vorsitzende Jean-Claude Juncker vorantreibe. Moscovici beharrte allerdings darauf, dass der Niederländer seine Vorstellungen für Europa formuliere. "Das ist das mindeste, was wir erwarten", sagte Moscovici, der wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble selbst schon als Juncker-Nachfolger gehandelt worden war.

An Arbeit würde es Dijsselbloem nicht mangeln. Der Streit um direkte Hilfen für marode Kreditinstitute aus dem Euro-Rettungsfonds ESM dürfte andauern. Während Länder wie Irland, Griechenland und Portugal, die Milliarden in ihre Banken stecken mussten, lieber heute als morgen den ESM anzapfen würden, sind Deutschland, Finnland und die Niederlande strikt dagegen. Sie wollen Geld aus dem ESM erst dann an Banken geben, wenn die unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) entstehende einheitliche Bankenaufsicht auch steht.

Kurzportrait: Jeroen Dijsselbloem

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©APA/NICOLAS BOUVY

LUXEMBOURG JEROEN DIJSSELBLOEM VISIT

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NETHERLANDS DIJSSELBLOEM

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NETHERLANDS GOVERNMENT EU

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BELGIUM EU ECOFIN FINANCE MINISTERS MEETING

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BELGIUM EU ECOFIN MEETING

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Dutch Minister of Finance Jeroen Dijsselbloem gets

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NETHERLANDS DIJSSELBLOEM

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BELGIUM EU ECOFIN EUROGROUP

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BELGIUM EU EUROGROUP

Kurzportrait: Jean-Claude Juncker

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Belgium Europe Financial Crisis

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Belgium Europe Financial Crisis

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BELGIUM EU EUROGROUP

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SINGAPORE JUNCKER

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Belgium Europe Financial Crisis

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Luxembourg's Prime Minister Juncker arrives at a E

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BELGIUM EU SUMMIT PRE MEETING

Erstellt am 21.01.2013