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Wirtschaft
06/24/2019

Bittere Millionenpleite eines innovativen Anlagenbauers

Das Unternehmen soll saniert und fortgeführt werden.

„Microinnova ist ein junges Unternehmen mit Fokus auf Intensivierung chemischer Prozesse. Das Unternehmen entwickelt High-Tech Lösungen basierend auf Durchflusschemie und anderen Prozessintensivierungstechnologien. Microinnova besitzt ein kompetentes und innovatives Team bestehend aus Chemikern sowie Verfahrenstechnikern“, heißt es im Firmenprofil. „Wir bieten Produkte wie flexible Flow Miniplants und schlüsselfertige Industrieanlagen, sowie Dienstleistungen in den Bereichen Prozessentwicklung und Engineering an. Durch unsere unvoreingenommene Denkweise schaffen wir es neue Wege in der kontinuierlichen chemischen Prozessführung zu gehen.“

Und weiter heißt es: „Die Microinnova Engineering GmbH wurde 2003 von Dr. Dirk Kirschneck im Anschluss an seine Doktorarbeit gegründet. Das anfangs auf Mikroreaktortechnologie spezialisierte Geschäftsmodell wurde ununterbrochen erweitert und bietet heute ein breites Spektrum an Lösungen rund um kontinuierliche chemische Prozessführung an. Microinnova kombiniert das Wissen über chemische Synthesen mit der Kompetenz in Engineering und Anlagenbau.“

Die Insolvenzursachen

Jetzt musste das Unternehmen Microinnova Engineering GmbH mit Sitz in Allerheiligen bei Wildon laut AKV und Creditreform die Reißleine ziehen und Insolvenz anmelden. Es beantragte ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung.

Ursache sind verschobene Aufträge und unbezahlte Forderungen. „Nachdem diese Forderungen zur Besicherung an die finanzierende Hausbank zediert sein dürften, hat sich somit die Sicherstellungssituation entsprechend negativ entwickelt, sodass von der Hausbank die Kreditlinien fällig gestellt wurden“ zitiert der AKV aus dem Insolvenzantrag.  27 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten werden mit 2,663 Millionen Euro beziffert, davon entfallen rund 1,34 Millionen Euro auf die Hausbank, 610.000 Euro auf Garantien und 280.000 Euro auf Lieferanten. Der Rest entfällt auf Dienstnehmer bzw. öffentliche Abgaben. Die Aktiva werden mit 783.000 Euro, die freien Aktiva bloß mit 643.000 Euro.

Die Zukunft

"Angestrebt wird eine Fortführung und Sanierung des Unternehmens, wobei – allenfalls erst nach Annahme eines Sanierungsplans – der Neueinstieg eines strategischen Investors angedacht wird. Restrukturierungsmaßnahmen unter gleichzeitiger Fokussierung auf das Kerngeschäft werden nicht ausgeschlossen", heißt es dazu vom AKV.

Die Umsätze betrugen laut AKV seit 2014 zwischen 1,2 Millionen und rund zwei Millionen Euro jährlich, wobei jedoch zuletzt eine massive Verschlechterung der Ertragslage festzustellen war.