Wirtschaft
28.04.2017

Millionenpleite einer Reklamefirmen-Gruppe

Fünf Unternehmen mit insgesamt 60 Mitarbeitern sind in die Insolvenz geschlittert.

Die Spatzen haben es längst von den Dächern gepfiffen, jetzt ist es fix: Die Grazer Obad-Gruppe hat für vier Gesellschaften Insolvenzanträge eingebracht: für die Wilfling Reklamebau Ges.m.b.H., die SIGNS Schilder- und Buchstaben Produktions GmbH, die Bergmann Gesellschaft m.b.H. und die ABC Schilder und Beschriftungen Handels GmbH. Das bestätigen die Gläubigerschutzverbände Creditreform und AKV dem KURIER. Der Schuldenberg wird mit 3,562 Millionen Euro beziffert. 60 Mitarbeiter sind von den insgesamt Pleiten betroffen.

Dem Vernehmen nach ist nur die Weiterführung und Sanierung der N.Wilfling Reklamebau Ges.m.b. H. beabsichtigt. Auch hinsichtlich der Holding CAC Beteiligungs GmbH, die Alleingesellschafterin der Firmen ABC, Bergmann und N.Wilfling, ist ein Sanierungsverfahren beantragt worden.

Weiterhin zahlungsfähig sind die Firmen Obad Stempel KG nunmehr GmbH & Co KG und die Christine Tappauf GmbH.

Der Hintergrund

"Die Unternehmen der Obad-Gruppe, welche bereits auf Anfänge ins 19. Jahrhundert zurückgeht, konnten unter Ausweitung der Produktpalette ständig expandieren. Bekannte Unternehmen aus dem In- und Ausland zählen zu den Kunden der Unternehmensgruppe", heißt es dazu vom AKV. So war die Schilder- und Beschriftungsfirma ABC bis 2015 geschäftlich gut unterwegs. Doch im Vorjahr soll ein Großkunde abgesprungen sein. So musste die Beteiligung an der Tochterfirma mit 600.000 Euro wertberichtigt werden. Das führte zu hohen Verlusten in der Bilanz.

Doch es kam noch schlimmer. In der Sparte Industrie ist ein weiterer Großkunde weggefallen. Zugleich kam es zu einem massiven Umsatzrückgang in der Sparte Hotel. Fakt ist: Das Hauptgeschäfte im Bereich Industrie ist bloß auf drei Kunden ausgerichtet, einen neuen Markt aufzubauen, scheint nicht möglich zu sein. Es herrscht auch ein harter Verdrängungswettbewerb. Weiters ist auch der Ressourceneinsatz ordentlich hoch, aber die Kunden sind immer weniger bereit, für diese Dienstleistung zu bezahlen. Die Passiva der ABC werden mit 1,168 Millionen Euro beziffert, rund 345.000 Euro entfallen auf Banken; die Aktiva werden mit 294.588 Euro ausgewiesen. Sie beschäftigt 18 Mitarbeiter.

Die Tochterfirma SIGNS, die die verschiedenen Werbeträger herstellt, kann die Produkte nicht mehr konkurrenzfähig erzeugen. Regional gibt es massiven Mitbewerb und in Sachen Digitaldruck müssten Investitionen in neue Anlagen getätigt werden. Zugleich ist der Bereich Metallbau nicht ausgelastet. Die Gesellschaft hat rund 1,164 Millionen Euro Schulden und 379.000 Euro Aktiva. Sie beschäftigt 14 Mitarbeiter.

Die N.Wilfing Reklamebau, die im Bereich Lichtwerbung tätig ist, hat schon im Jahr 2015 einen kleinen Verlust eingefahren. Im Geschäftsjahr 2016 kam es zu einer buchmäßigen Überschuldung. Es wurde ein Unternehmensberater beigezogen, der vor allem die Overhead-Kosten reduzierte und Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet hat. Das Unternehmen soll saniert werden. Die Passiva werden mit 443.700 Euro beziffert, die Aktiva mit 192.600 Euro. Das Unternehmen beschäftigt 13 Mitarbeiter.

Die Bergmann GmbH beschäftigt zehn Mitarbeiter. Auch sie konnte die Produkte und Dienstleistungen nicht mehr konkurrenzfähig verkaufen. Der Markt ist durch Klein- und Kleinstaufträge gekennzeichnet, was zu einem hohen Verwaltungsaufwand führte. Die Schulden werden mit 352.600 Euro beziffert, die Aktiva mit 54.000 Euro.

Die vier Pleitefirmen haben auch ihre Holding, die CAC Beteiligungs GmbH, um Friedrich Peter Obad in die Insolvenz mitgerissen. Sie hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt und beschäftigt fünf Mitarbeiter, aber die Löhne und Gehälter sind nur bis einschließlich Februar 2017 bezahlt. Die Passiva werden mit 432.000 Euro und die Aktiva mit 100.800 Euro beziffert.