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Wirtschaft
08/20/2019

Millionenpleite einer Marken- und Marketingagentur

Das Unternehmen beschäftigt 22 Mitarbeiter und soll fortgeführt werden.

von Kid Möchel

"Wir entwickeln Marken mit Fokus auf Strategie, Design & Performance. Konzeption, Beratung und Umsetzung - in Graz, Wien und München", wirbt das Unternehmen im Internet. Doch eine Firmen-Übernahme hat Probleme verursacht.

„Die Hereinnahme des Betriebes der Booth Interact war mit hohen Transaktions- und Anlaufkosten verbunden. Der Personalstamm wurde um eine schlagkräftige Digital-Unit erweitert, um die anfänglich mit dem Betrieb der Booth Interact mitübernommenen Aufträge in diesem Bereich abarbeiten zu können“, teilt das Unternehmen dem Gericht mit. „Während aus den ursprünglichen Aufträgen anfänglich noch entsprechende Umsätze lukriert werden konnten, brach der Umsatz aus diesem Bereich im Jahr 2018 empfindlich ein. Die anhaltend gute Auftragslage in den Kernbereichen Design und Marketing Beratung konnten die Umsatzeinbrüche im Bereich der Digital-Unit nicht ausreichend kompensieren. Personelle Verstärkungen im Bereich Vertrieb konnten kurzfristig nicht in der erforderlichen Qualität gefunden werden.“

Erfolg blieb aus

Auch die Übernahme einer kleinen Wiener Agentur mit dem Ziel, einen Standort in Wien zu etablieren und weitere Aufträge zu lukrieren, half nicht weiter. Der Erfolg blieb weiter aus. Nun musste die Firma FOON GmbH, mit Sitz in Graz ein Sanierungsverfahren beantragen. Das bestätigt Gerhard Weinhofer von Creditreform dem KURIER.

Das Unternehmen wurde 2005 gegründet und beschäftigt sich mit Markenberatung, Onlinemarketing und Kommunikation.  50 Gläubiger und 22 Mitarbeiter sind laut AKV und KSV1870 von der Pleite betroffen. Das Unternehmen soll fortgeführt werden.

Die Eigentumsverhältnisse

Das Unternehmen gehört zu 45,78 Prozent dem Geschäftsführer Christian Sturz, den Rest hält die HBA Beteiligungs GmbH treuhändig für die Kapa Ventures Holding GmbH.
 

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten werden mit 1,853 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 650.000 Euro auf einen Gesellschafter, 257.000 Euro auf den Vermieter, 200.000 Euro auf die Mitarbeiter, 190.000 Euro auf die Finanz, 160.000 Euro auf Krankenkassen, 131.000 Euro auf Lieferanten und 40.000 Euro auf Banken. Rund 205.000 Euro entfallen auf sonstige Verbindlichkeiten.

Die Aktiva haben einen Buchwert in Höhe von 591.000 Euro, der Liquidationswert beträgt aber nur 168.250 Euro; davon entfallen 90.000 Euro auf offene Forderungen, 70.000 Euro auf Bankguthaben und 3.000 Euro auf die Geschäftsausstattung.

Die Zukunft

Den Gläubigern wird eine Quote in Höhe von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren angeboten.