Millionenpleite einer Installations­firma

Insolvenz, pleite
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Unternehmen arbeitete an einem Promi-Projekt. Investor aus der Region soll den Fortbetrieb finanzieren und die Gesellschaft auch übernehmen.

Bei einem Großauftrag rund um ein Bauprojekt Adeo Hotel  ("Adeo alpin") in Gosau hat sich diese Gmundner Installationsfirma offenbar mächtig überhoben. Laut Angaben der oberösterreichischen Firma im Insolvenzantrag sollte das Projekt bis Mitte Dezember 2018 fertiggestellt werden, doch für das Installationsunternehmen ist das aus finanziellen und zeitlichen Gründen nicht mehr möglich. Wodurch diese Misere entstanden ist, wird seitens des Unternehmens nicht angeführt. Auch wird nicht angeführt, wer der unmittelbare Auftraggeber ist.

Detail am Rande

Pikant ist diese Pleite auf den ersten Blick, weil die Adeo-Hotels Investment-Projekte der früheren Skirennläufer Hermann Maier und Rainer Schönfelder sind. Mit der Insolvenz haben die beiden Promis selber aber gar nichts zu tun. Maier hält 40 Prozent an der Adeo Alpin Gastronomie GmbH- und Adeo Alpin ZH Betriebs GmbH-Mutterfirma COOEE Alpin Holding GmbH und Schönfelder insgesamt 30 Prozent.

Nun drohen  der maroden Installationsfirma jedenfalls Schadenersatzansprüche des Auftragsgebers. Zugleich hat die Hausbank den Geldhahn zugedreht und den bestehenden Kreditrahmen nicht erhöht, sondern weitere Sicherheiten vom Geschäftsführer gefordert.

Daher hat die Guschl Elektro- und Installationstechnik GmbH mit Sitz in Gmunden die Reißleine gezogen und ein Sanierungsverfahren beantragt. Das bestätigt Harald Neumüller vom Gläubigerschutzverband KSV1870 dem KURIER. 27 Mitarbeiter und 127 Gläubiger sind von der Pleite betroffen. Den Gläubigern soll 20 Prozent Quote geboten werden.

Die Schulden

Die Verbindlichkeiten werden mit rund 1,209 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 600.000 Euro auf Lieferanten, 250.000 Euro auf die Dienstnehmer und 224.000 Euro auf Banken; weitere 75.000 Euro sind bei der Finanz offen und 60.000 Euro bei der Gebietskrankenkasse.

Das Vermögen

Die Aktiva werden mit 1,005 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 850.000 Euro auf Forderungen, die an die Hausbank verpfändet sind, 100.000 Euro auf das Warenlager und 30.000 Euro auf Fahrzeuge sowie 20.000 Euro auf Werkzeug.

Die Zukunft

Eine Firma K., offenbar ein Bau- und Haustechnikunternehmen aus der Region, soll sich grundsätzlich bereit erklärt haben, als Investor den Fortbetrieb zu finanzieren. Durch diesen Investor sollen auch neue Aufträge hereinkommen. Dem Vernehmen nach ist weiters geplant, dass der Investor die Gesellschaftsanteile der Firma Guschl schlussendlich übernimmt. Für die Gläubiger-Quote müssen rund 200.000 Euro plus die Verfahrenskosten (30.000 Euro) aufgebracht werden.

(Kurier) Erstellt am
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